Römervilla Ahrweiler

Schreitet man durch das westliche Obertor aus dem Ortskern von Ahrweiler hinaus, kommt man über die Walporzheimer Straße zur Nothelfer-Kapelle (1852). Hier geht es nach rechts hinauf zum Silberberg. Am Fuße des Silberbergs stießen Bauarbeiter 1980 beim Ausbau der Bundesstraße B 267 auf die Relikte einer herrschaftlichen Behausung aus der Zeit des Römischen Reichs. Man fand Mauerwerk und ahnte damals noch nicht, welcher archäologische Schatz sich daraus ergeben würde. Zum Glück war man achtsam und nicht darauf bedacht, die Bundesstraße einfach drüber zu planieren.

Aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts stammt die sensationelle Entdeckung der Villa rustica in einer Vollständigkeit, die den Historikern eine helle Freude war. Das Mauerwerk konnte bis in die Fensterhöhe von rund 1,5m bewahrt werden, was ungewöhnlich in der Eifel ist und es steht auf Fundamenten eines noch älteren Baus.

Heute kann man sich hier vorstellen, wie die Römer einst lebten, mit dem Herrenhaus, dem Badetrakt und den Nebengebäuden. Auch konnten Reste des freskierten Putzes erhalten werden. Sichtbar sind ebenfalls die unter dem Boden liegenden Hypokausten: eine frühe Form der Fußbodenheizung, die von Ziegeln gestützt wird.

Vermutlich residierte in der Römervilla von Ahrweiler ein Amtmann mit Rang und Namen sowie Familie und Gefolge in den Sommermonaten, bis etwa ins 3. Jahrhundert hinein. Um 260 war es wohl, dass die Bewohner vor einfallenden Franken flohen. Einige Jahrzehnte später, so um die 4. Jahrhundertwende herum, wurde die Römerviall zu einem Rasthaus an der römischen Straße umgewidmet. Im weiteren Verlauf der Geschichte, drang Geröll vom Silberberg immer mehr in den Bau ein und er ging verschütt, nachdem er auch als Metallschmelze ausgedient hatte.

Unter dem Namen Museum Roemervilla können Besucher – kostenpflichtig – diesen geschichtsträchtigen Ort bewundern. Gleich eingangs sollte man sich das Modell der Römervilla ansehen, dann findet man sich unter der hellen Holzkonstruktion, die die Ausgrabungsstätte schützt, gut zurecht. Eine Wohnfläche von fast 600qm im Untergeschoss und etwa 144qm im Obergeschoss, bot genügend Raum für einen kleinen herrschaftlichen Hofstaat. Aus der Nutzungszeit der Römervilla als Rasthaus ist eine Küche erhalten, mit Herd, Backofen und Räucherkammer. Interessante Fundstücke ergänzen die museale Darbietung der Historie.