Propstei Johannesberg

Johannesberg liegt im Südwesten von Fulda. Bekannt ist der Stadtteil durch die wunderschön restaurierte Propstei Johannesberg, in der heute die gemeinnützige GmbH Propstei Johannesberg die Arbeit des Deutschen Zentrums für Handwerk und Denkmal weiter führt. Im ehemaligen Marstall können Handwerker die Künste am Bau vertiefen und die angebotenen Seminare tragen mit ihrem Leben dazu bei, das historische Erbe zu erhalten.

Die Wurzeln der Propstei Johannesberg reichen bis in das Jahr 811. Abt Ratgar aus Fulda ließ hier die Johannesberger Kirche errichten, die vom Mainzer Erzbischof Richulf geweiht wurde.Abt Hrabanus Maurus erweiterte 836 die Kirche zu einem Benediktinerkloster, das über 800 Jahre dem ora et labora (bete und arbeite) der Mönche gewidmet war. Der Abt ließ um 1000 an der Stelle der Kirche eine romanische Basilika erbauen. Erst mit dem eingesetzten Propst Conrad von Mengersen (1715-1753) erhielt die Johannesberger Kirche Propsteirechte. Hofarchitekt zu Fulda, Andrea Gallasini (1680-1766), erdachte sich die heutige Anlage, die dem Land Hessen gehört.

Barocke Elemente, basiert auf der mittelalterlichen Klosteranlage, bilden die Mittelachse. Nach Osten hin wurde das Propsteischloss, genannt der Rote Bau, errichtet. Hier regierte und repräsentierte der Propst. Der ließ sich auch herrlich portraitieren, von Hofmaler Emanuel Wohlhaubter. Die lebensgroße Darstellung von Conrad von Mengersen ist im Festsaal des Schlosses zu sehen, sobald man den bewunderten Blick vom Deckengemälde loseisen kann, das durch mythologische Darstellungen fesselt. Im Rahmen von Führungen kann die Anlage, mit Garten, Nebengebäuden und der Johannesbeger Handwerkssammlung besichtigt werden.

Nach der Säkularisation 1803 hatte die Propstei kaum mehr Bedeutung und wurde Staatsdomäne. Nomen est omen – gepachtet wurde die Domäne von einer Familie namens Klostermann, die sie drei Generationen lang, bis 1968, bewirtschaftete. Um die Anlage nicht dem Verfall preiszugeben wurde sie ab 1984 umfangreich saniert und restauriert - und das Ergebnis kann sich sehen lassen!