Pesch (Nettersheim)

Durch Pesch, das aus einem Ober- und einem Unterdorf mit rund 570 Einwohnern besteht, fließen der Quartbach und der Wespelbach. Dazwischen führt der Jugendherbergs-Verbindungsweg durch die Bachauen. Urkundliche Erwähnung fand der Ort 893 in den Büchern des Klosters Prüm. Bekannt wurde Pesch unter Geschichtsinteressierten durch den Heidentempel auf dem Addig. Das Matronenheiligtum wurde von den Römern angelegt, um die Fruchtbarkeitsgöttinnen zu verehren.

Der Tempelbezirk Pesch, vor Ort auch gerne Heidentempel genannt, besteht aus mehreren Bauten einer gallo-römischen Tempelanlage zwischen dem Nettersheimer Ortsteil Pesch und Nöthen, das zu Bad Münstereifel zählt. Der Tempelbezirk Pesch bestand zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert. Das Matronenheiligtum wurde 1913-18 ausgegraben und konnte in seinen Grundmauern teilrekonstruiert werden. Weihesteinabgüsse komplettieren den Schauwert der Anlage der keltisch-germanischen Muttergottheiten.

Auf dem Friedhof in Pesch stand vermutlich bereits Ende des 15. Jahrhunderts eine Kapelle. Die war jedoch Anfang des 19. Jahrhunderts recht arg durch den Zahn der Zeit in Mitleidenschaft gezogen. Man entschied eine neue Pfarrkirche zu bauen. Die neugotische katholische Pfarrkirche St. Cäcilia entstand 1846 als Bruchsteinsaalbau mit Chor, angebauter Sakristei und einem Westturm.

Nördlich von Pesch liegt der Jakob-Kneip-Berg (438m) mit einem Aussichtspunkt. Jakob Kneip war ein Schriftsteller und Dichter, zur passenden Zeit mit dem passenden Bärtchen, dessen Werke in nationalsozialistischen Publikationen erschienen sind. Er starb bei einem Eisenbahnunfall 1958 im Alter von 76 Jahren und ist in seinem damaligen Wohnort Pesch begraben.