Pölich

Idyllisch an einem Moselbogen liegt das Dorf Pölich an der Römischen Weinstraße. Erstmalig in einer Urkunde von 1140 erwähnt, gehörte Pölich wie viele andere Ortschaften im Meulenwald zur Trierer Abtei St. Maximin. Doch die Geschichte des Ortes reicht viel weiter in die Vergangenheit zurück.

Davon berichtet der Römische Qanat. Das Wort Qanat entstammt dem Arabischen und bezeichnet Wasserstollen zur Frischwasserzuführung, die meist in Wüstengebieten gegraben wurden. Sichtbare Zeugen der Vergangenheit in Pölich sind diese Tunnelwasserleitungen aus der Römerzeit, die in ihrem Erhaltungszustand ziemlich einmalig sind in Rheinland Pfalz und in der Gesamtlänge 430m betragen. Zum größten Teil liegen sie unter den Rebenhängen oberhalb von Pölich. Ein Teil führte zu einer Villa und zu einer größeren Badeanlage, was Reste von Mosaiken und Marmorböden bezeugen. Es heißt, dass der Wasserverbrauch pro Kopf in der Antike acht mal höher war als heute. Um die luxuriösen Bäder mit Wasser zu versorgen mussten sich die Römer einiges einfallen lassen.

Die Wasserleitungsschächte sind teilweise begehbar, wenn man klein und schmal ist. Einzusehen sind sie über Einstiegsschächte, die in regelmäßigen Abständen zu finden sind. Die aus dem Fels heraus gehauenen Wasserleitungsschächte sind etwa 1,20m hoch (stellenweise bis 2,20m) und 0,50m breit. Die Einstiegsschächte sind etwas breiter, nämlich 1,80m. Fachmännische Untersuchungen an Holzeinbauten ergaben ein Datum um 206 n.Chr. Ein Teil des alten Wasserleitungssystems ist noch heute in die kommunale Wasserversorgung integriert.

Oberirdisch in Pölich auffallend ist die katholisch Pfarrkirche St. Andreas im Kapellenstil. Der spätbarocke Saalbau mit einem Dachreiter wurde 1789 gebaut. Über dem Sandsteinportal grüßt die Figur des Patrons St. Andreas. Im hellen Inneren der Kirche steht ein schmucker Tabernakelaltar im Rokokostil.

Für die Verbindung mit der Abtei St. Maximin steht nach wie vor im Ortsbild recht präsent der Maximiner Hof, auch Kanzlerhof genannt. Das Hofgut ist auf das Jahr 1578 datiert und beinhaltet einige der ältesten Gebäudeteile in Pölich. Zum Kernbau gehört der auskragende Treppenturm an der hofseitigen Giebelfront. Einst gehörten zum erstmalig 1200 erwähnten Hof ab 1694 ein Kelterhaus, Stallungen und Wirtschaftsgebäude. Einiges wird nun anders genutzt, zu Wohnzwecken und als Weingut. An der Zehntscheune finden sich ein 1612 datierter Torbogen und ein Türgewände mit der Zahl 1727.

Ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert stammt ein seltenes Sandsteinkreuz mit eingelegtem Kruzifix. Es steht nordöstlich von Pölich an der alten Straße nach Schleich. In Pölich sehenswert sind einige alte Winzervillen aus dem frühen letzten Jahrhundert sowie Winkelhöfe aus dem 17. und 19. Jahrhundert in der Hauptstraße und Schulstraße.

Die Gemarkung von Pölich ist an der Mosel nicht zu Ende und wer sich auf die andere Moselseite begeben will, kann als Wanderziel den Aussichtsturm Fünfseenblick wählen. Vom 30m hohen Turm aus legt sich ein fantastisches Moselpanorama dem Betrachter zu Füßen. Ein Yachthafen und Campingplatz in Pölich laden zum Ankern und Urlauben ein und die Finnenbahn Mehring-Pölich zum Füßevertreten.

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