Schleich

Ein Dörfchen mit Ersterwähnung 976, das bezaubert, direkt an der Mosel gelegen bietet es auch Wassersportlern ideale Bedingungen, denn hier ist die Staustufe Dezem-Schleich, die mit 9m Höhe höchste Staustufe der Mosel. Schleich mit seinen 200 Einwohnern begeistert nicht nur zur Johanneskirmes am dritten Wochenende im Juni, sondern auch durch das Straßen- und Weinfest am dritten Juliwochenende. Es steht unter dem Motto: Wie es früher einmal war und bietet neben traditionellen Moselgerichten und Weinen des Schleicher Sonnenbergs und Klosterbergs Einblicke ins Gestern, denn es werden alte Handwerke auf der Straße gezeigt.

Ein Rundgang im Dörfchen lässt sich gut an in der Kapellenstraße beginnen bei der katholischen Filialkirche St. Johannes der Täufer, dessen spätgotischer Chor mit Sakramentshäuschen auf das 15. Jahrhundert verweist. Die kleine Kirche mit dreiachsigem Kirchenschiff wurde 1788 gebaut und beinhaltet größtenteils eine Ausstattung der Barockzeit.

Um 1600 entstand das im Ort auffallende Back- und Winzerhaus mit dem auffallenden klassizistischen Türblatt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Backhaus wird heute noch mit Gästen Brot gebacken. In der Ortsmitte sind zudem zwei Brunnen zu finden, einer davon mit handwerklichen Bildnissen in Stein gemeißelt.

In der Kappellenstraße fällt ebenso ein stattliches Quereinhaus aus unverputzten Bruchsteinen mit einem großen rundbogigem Tor auf. Das Haus entstand 1873 in der Epoche des Historismus und Jugendstils.

Ebenfalls aus unverputztem Bruchstein ist die Alte Schmiede in der Weierbachstraße. Es handelt sich hierbei um einen an eine Böschung gelehnten Satteldachbau mit zwei großen Korbbogenfenstern. Bisweilen ist die hübsche alte Schmiede von Ranken umwachsen und man sollte aufmerksam sein, sonst entgeht einem das Kleinod aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. 1991 wurde die Schmiede restauriert und konnte mit der technischen Einrichtung erhalten werden, so auch mit der Feuerstätte aus dem Jahr 1937. Weitere alte Werkzeuge und der Blasebalg sowie eine kleine Bilderausstellung komplettieren die Inneneinrichtung, die am Tag des offenen Denkmals angeschaut werden kann.

Nördlich von Schleich wurden Siedlungsreste aus der Römerzeit gefunden und am westlichen Gemarkungsrand steht auf einer Hochfläche der Moselberge das Zitonenkrämerkreuz seit mehr als 200 Jahren. Hier wurde 1687 der Zitronenkrämer Ambros Cravé von seinem Diener ermordet.

Das Kreuz ist Namensgeber der Extratour Zitronenkrämerkreuz. Der Premiumwanderweg führt über 20km um die Moselorte Mehring, Pölich, Schleich und Ensch. Der als Moselsteig-Seitensprung markierte Rundwanderweg zeichnet sich durch Abwechslungsreichtum aus. Er führt durch Wälder, Wiesen und Rebflächen, über Hochebenen mit wundervollen Ausblicken in Eifel und Hunsrück und auf das Flusspanorama der schönen Mosella. Zwischen dem Zitronenkrämerkreuz und den Weinbergen oberhalb Schleichs besteht die Möglichkeit durch einen 1km langen Verbindungsweg die Rundtour abzukürzen und in zwei Schleifen zu unterteilen.