Ohle (Plettenberg)


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Folgt man der Lenne ihrem Verlauf Richtung Norden, findet sich kurz vor der Stadtgrenze zum benachbarten Werdohl der Plettenberger Ortsteil Ohle. Die Bebauung schmiegt sich in das enge Tal, das sich zwischen den bewaldeten Hängen von Stübel (414m) und Sundern (375m) hindurchzwängt.

Ohle ist vermutlich die älteste Siedlungsstätte im Bereich der heutigen Stadt Plettenberg. Schon für das 8. Jahrhundert wird hier eine sächsische Fliehburg vermutet. Westlich von Ohle überschauen auf der Bergkuppe des Sundern (375m) die Überreste der einst mächtigen Wallanlage Hünenburg das Lennetal. Auch der Name Burg einer nahe gelegenen Ansiedlung erinnert daran.

Die Lage der Hünenburg war ausgesprochen günstig für eine Burg: zu den Tälern hin fallen die Hänge steil ab, so ließ sich das Gelände bestens verteidigen. In den 1950er Jahren wurde die Anlage archäologisch gründlich untersucht. Sie diente offenbar unter anderem als Fliehburg. Ihr Zugang war ein Tor, das alleine schon sechs Meter Breite aufwiese. Auf rund 230m Länge ist heute ein Rest der Befestigungsanlagen noch zu sehen und man kann sich ein Bild davon machen, wie groß die Anlage einst gewesen sein muss.

Deutlich jüngeren Datums ist das Schloss Brüninghausen, das praktisch genau nördlich auf der anderen Lenneseite liegt. Das Herrenhaus wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Nachdem es allerdings im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden war, bauten es die damaligen Besitzer 1652 wieder auf und gaben ihm seine heutige, dreistöckige Gestalt. 1668 kamen die beiden Seitenflügel hinzu. Das Gebäude mutet an wie ein Wohnturm und ist von einer privaten Parkanlage umgeben. Auch das Schloss selbst befindet sich heute in Privatbesitz.

Bemerkenswert ist auch die evangelische Dorfkirche in Ohle. Bemerkenswert deshalb, weil sie den Typus der Chorturmkirche darstellt, die im Sauerland eher selten anzutreffen ist. Erst viel weiter südlich findet man solche Kirchen. Die Besonderheit dieser Bauform ist es, dass der Kirchturm nicht zum Westen hin ausgerichtet ist, sondern über dem Chorrechteck aufragt. Das Kirchenschiff selbst ist im Grundriss nahezu quadratisch, und die Ausarbeitung der Pfeiler erinnert eher an die Kirchenbauten in Siegerland-Wittgenstein. Die Heiligengestalten im Kuppelfresko stammen aus dem 15. Jahrhundert, und die Tier- und Lebensbaum-Ornamente, die die Langhausgewölbe schmücken, sind dem Vorbild der Soester Hohnekirche nachempfunden.

Abschließend seien noch zwei bemerkenswerte Brücken genannt. Zunächst die Bahnbrücke über die Lenne. An sie, die wegen ihrer nach unten gewölbten Stahlfachwerk-Konstruktion Fischbauchbrücke genannt wird, schließen sich noch ein Erddamm und der Bommecke-Viadukt an. Der 1914 erbaute Lenne-Übergang gehörte zur Bahnstrecke zwischen Herscheid und Plettenberg, die eigentlich sogar noch bis nach Lüdenscheid hin ausgebaut werden sollte. Doch seit 1969 ist die Strecke stillgelegt.

Ein gutes Stück weiter lenneabwärts überquert eine zweite Stahlfachwerk-Brücke den Fluss. Sie befindet sich kurz vor der Dorfeinfahrt des Plettenberger Stadtteils Hilfringhausen, und auch ihre Bauweise zeigt einen eleganten Bogenschwung. Dieses Mal allerdings nach oben. Die Brücke mit dem hölzernen Fahrbahnbelag und Gurtbogenkonstruktion entstand im Jahr 1920.


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