Ochtendung

Der Ort Ochtendung fand 963 erste urkundliche Erwähnung, weist aber schon sehr frühe Siedlungsspuren auf. Bemerkenswerter Fund war 1997 ein gut erhaltenes Schädeldach eines Neandertalers, das nördlich von Ochtendung in der Füllung des Wannevulkankraters entdeckt wurde. Hier hat sich wohl einer um 150.000 vor unserer Zeitrechnung den Kopf zerbrochen. Den Neandertalern folgten die Kelten, Römer und Franken. 1402 erbaute Werner von Falkenstein die Burg Wernerseck an Stelle einer früheren Fliehburg.

Auf die Zeit der Römer verweist der Tumulus von Ochtendung. Reste des alten Grabmals wurden im Neubaugebiet Am Römerhügel Ende der 1970er Jahre ausgebuddelt. 2002 wurde die Stätte im Maßstab 1:1 rekonstruiert. Die Römer wollten damals durch den Bau aus Tuffstein beeindrucken und auf die Stellung des Verstorbenen hinweisen. Im Inneren des Tumulus fand man Spuren von Brandgräbern. Die Begräbnisstätten lagen seinerzeit nahe der Römervillen. Die Ochtendunger Anlage wird auf die Zeit um 100 v.Chr. datiert.

Ein Mix aus alt und neu stellt die katholische Pfarrkirche St. Martin dar. Erbaut wurde sie wahrscheinlich Ende des 12. Jahrhunderts. Der romanische Turm mit barockem Glockengeschoss steht für die Historie. Das achteckige Gebäude anbei steht für die Bautätigkeit 1957-58. Teile der Stadtmauer sind ebenfalls in Ochtendung zu sehen. Denkmalgeschützt ist die Gesamtanlage des Jüdischen Friedhofs.

Zu Ochtendung zählen die Ortsteile Alsingerhof, Emmingerhof, Waldorferhof, Sackenheimerhöfe und Fressenhof (Fressenhöfe), nördlich von Ochtendung. Der Fressenhof ist ebenfalls denkmalgeschützt und sehenswert. Die Hofanlage besteht unter anderem aus einem Walmdachbau aus dem 17. Jahrhundert. Sehr hübsch ist die Kapelle St. Potentinus. Der neugotische Bau stammt aus dem Jahr 1853.

Eine Entdeckung wert ist auf jeden Fall das Nettetal bei Ochtendung mit seinen zahlreichen Mühlen. Beispielsweise die Flocksmühle (Floecksmühle), deren Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurück reicht. Heute ist die Mühle mit Wasserkraft ein LebensLernOrt im Herzen der Natur. Die etwa 59km lange Nette entspringt in Hohenleimbach im Landkreis Ahrweiler und mündet bei Weißenthurm in den Mittelrhein.