Oberpleis

Am Oberlauf des Pleisbachs liegt Oberpleis, das Zentrum im südlichen Teil des Pleiser Ländchens. Im Westen zum Rhein hin malt sich die Silhouette des Großen Ölbergs (460m), der höchsten Erhebung im Siebengebirge, ab.

Der Ort Oberpleis entstand um einen mittelalterlichen Frohnhof herum, der vermutlich im 8. oder 9. Jahrhundert entstanden ist. Das Gelände wurde im 11. Jahrhundert der Abtei Siegburg geschenkt, die hier 1105 die Probstei Oberpleis gründete.

Als Klosterkirche wurde um 1120 eine strenge, flachgedeckte Pfeilerbasilika errichtet. Aus dieser ersten Bauperiode ist noch der untere Teil des Langhauses und die Krypta erhalten. Die Kirche wurde im Süden um die eigentlichen Klosterbauten ergänzt, von denen der zweigeschossige Westflügel noch steht.

Der mächtige, fünfgeschossige Westturm dürfte in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstanden sein. Der Turm gehörte nicht allein der Probstei, sondern auch den Bewohnern von Oberlpeis. Eine Inschrift auf der alten Sturmglocke, die heute in das Ehrenmal vor der Kirche eingefügt ist, sagt: Ich gehöre den Dörflern, nicht den Mönchen.

In der zweiten Bauperiode etwa von 1210-50 erhielt die Kirche ihr heutiges Aussehen. Das nördliche Seitenschiff, das wegen des schlechten Baugrundes baufällig geworden war, wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts in gotischen Formen erneuert. Mit der Säkularisierung 1803 wurde die Klosterkirche zwei Jahre später zur Pfarrkirche St. Pankratius und die frühere Pfarrkirche dann 1820 abgerissen.

Im Inneren der Pfarrkirche St. Pankratius ist das Dreikönigs-Relief aus dem 12. Jahrhundert das bedeutendste Kunstwerk. Auch der Tonfliesenboden ist ein besonderes Beispiel frühmittelalterlicher Kunst. Als 1974 der Boden der Kirche wieder auf seine ursprüngliche Lage gebracht wurde, traten so große Teile des ursprünglichen Fußbodens zu Tage, dass die heutige Kopie angefertigt werden konnte.