Obernautalsperre

Direkt an Netphen schließt sich östlich der kleine Ort Brauersdorf an. Die Straße von Netphen her endet hier, nur Wald- und Wanderwege führen weiter in die bewaldeten Hügel, zu denen beispielsweise die Alte Burg (633m) und der Breite Berg (628m) zählen.

Doch nicht wegen der vielen Wanderwege ist Brauersdorf den meisten Siegerländern bekannt, sondern wegen der Obernautalsperre, einem der beliebtesten Naherholungsgebiete der Region. 15 Millionen Kubikmeter Wasser fasst die mit 86ha Fläche größte Talsperre des Siegerlands. Der 46m hohe Staudamm wurde Ende der 1960er Jahre erbaut.

Technisch betrachtet dient der See der Trinkwasserversorgung, doch die meisten Menschen der Region nutzen ihn vor allem als Freizeitgebiet. Zwar sind Wassersportarten nicht erlaubt, doch rund um den Stausee verläuft ein knapp 10km langer asphaltierter Weg. Wanderer, Radfahrer und Inline-Skater nutzen die Strecke gern, und an sonnigen Wochenenden herrscht meist Hochbetrieb.

Als das Tal geflutet wurde, mussten über 350 Menschen aus Obernau, Nauholz und Brauersdorf umgesiedelt werden. Aber nicht nur sie verloren ihr angestammtes Zuhause, auch mehrere Kapellen- und Schulglocken wurden durch die Flutung sozusagen heimatlos. Sie wurden aufbewahrt und 1980 bekamen sie einen neuen Glockenturm. Eine Interessengemeinschaft schloss sich zusammen und errichtete mit viel Fleiß den Turm auf dem Leielchen in Brauersdorf. Von dort aus ertönt täglich das Geläut von drei Glocken über den gesamten Ort.