Niederwenigern (Hattingen)

Niederwenigern ist seit 1970 ein Stadtteil von Hattingen und liegt westlich der Ruhrschleife bei Winz-Baak. Historisch findet sich die Bezeichnung Niederwengern oder die Kurzform Wenigern. Erstmalig urkundliche Erwähnung des Ortes war 1147 mit der Nennung der Kirche in Niederwenigern.

Die katholische Kirche St. Mauritius wurde als Besitz der Abtei Deutz festgehalten. Der auch so genannte Mauritiusdom erhebt sich über das Stadtpanorama mit seinem Turm, der in seiner Ursprünglichkeit erhalten geblieben ist, wie auch das spätromanische Taufbecken im Inneren. Ansonsten stammt der neugotische Baukörper des Mauritiusdoms von 1868. Der Mauritiusdom wurde aus Ruhrsandstein erbaut und hat eine Gesamtlänge von 55,5m.

In Niederwenigern hat ein 2001 selig gesprochener „Märtyrer des Glaubens“ seine Spuren hinterlassen. So findet sich an der Südseite des Mauritiusdoms eine Gedenktafel für den Bergmann, christlichen Gewerkschafter und Journalist Nikolaus Groß, der 1898 in Niederwenigern geboren wurde. Aufgrund seines katholischen Glaubens und seines Einsatzes als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus im Januar 1945, wurde Groß in Berlin-Plötzensee von den Nazis hingerichtet.

In einem Bruchsteingebäude am Domplatz 2a neben dem Pfarrhaus und gegenüber der Kirche St. Mauritius wird diesem bekannten Sohn Niederwenigerns im Nikolaus-Groß-Haus gedacht. Das Museum dokumentiert mit Fotos und Exponaten den Lebensweg und Einsatz von Nikolaus Groß. Im Museum finden sich persönliche Besitzstücke und die Nachbildung des Arbeitszimmers des Widerstandskämpfers, dessen Ende von den Nazis nach Hausdurchsuchungen im Nachgang des gescheiterten Attentats auf Hitler 1944 besiegelt wurde.

Obwohl Niederwenigern geschichtlich betrachtet streng katholisch war, konnte sich eine evangelische Gemeinde entwickeln. Die neugotische evangelische Kirche im Justinenweg entstand 1875 als dreischiffige Hallenkirche und war zunächst im inneren mit Kalk angestrichen. Sie erhielt ihre schmückende Ausmalungen erst 1901.