Nieder-Ramstadt (Mühltal)

Nieder-Ramstadt ist der Verwaltungssitz der Gemeinde Mühltal und liegt im Granitgebiet des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald. Durch Nieder-Ramstadt fließt die Modau. Zwischen Nieder-Ramstadt und Trautheim fließt der Stettbach. Hier sind auch ein Steinbruch und das Steinbruch-Theater nahe der B 449.

Der Wingertsberg-Steinbruch mit seinem bis zu 40m tiefen Kratersee wird von einem Verein gepflegt und geschützt. Der seit einigen Jahrzehnten stillgelegte Steinbruch ist Natura-2000-Schutzgebiet. Wer beim Steinbruch-Theater eine Freilichtbühne erwartet, muss korrigiert werden. Das Theater ist ein Musikclub – früher sagte man dazu Disco. Der Steinbruch wurde 1886 eröffnet, um beispielsweise Granit abzubauen. Es gab auch ein Bähnchen zum Bahnhof. Die Industriebahn fuhr 1957 das letzte Mal und der Steinbruch schloss 1974.

Insgesamt leben rund 13.800 Menschen in der Gemeinde Mühltal und die haben tatsächlich 10 religiöse Gemeinschaften. Traditionell protestantische sowie katholische Kirchen, des Weiteren Baptisten und auch eine Bahai-Gemeinde findet sich in Mühltal. Die evangelische Kirche in Nieder-Ramstadt steht auf dem Areal eines einstigen Friedhofs und auf einer Anhöhe des historischen Ortskerns. Die Kirche wurde erstmalig 1324 urkundlich genannt und aus dieser Zeit soll auch der untere Teil des Turms sein.

Nördlich von Nieder-Ramstadt liegt der Ortsteil Traisa, das man mundartlich Traase ausspricht. Traisa hat einen Golf-Club und nahebei das Hofgut Dippelshof, wo sich heute ein Hotel und Restaurant befindet. Der Dippelshof ist nach Johann Albert Dippel benannt. Der war der große Bruder vom Alchimisten Johann Konrad Dippel, auf den gerüchtehalber die Figur des Arztes, der Frankenstein erschuf, zurückgehen soll. Belegt ist davon nichts. Das Hofgut wurde vor dem Dreißigjährigen Krieg erbaut und 1710 wieder hergerichtet. Eine Erweiterung kam 1913 hinzu.

An der Modau zwischen Nieder-Ramstadt und der Stadt Ober-Ramstadt liegt das Areal der Wacker Fabrik, das heute ein Zentrum für Kultur, Kunst und Dienstleister ist. In den historischen Gebäuden finden sich Kreative, ein Restaurant und auch ein Fitnessstudio zum Beispiel. Die Wacker Fabrik entstand im Backstein-Industriestil. Bis zu 750 Arbeiterinnen und Arbeiter produzierten hier für die Firma Wacker und Doerr Zubehörteile für Elektroinstallationen aus Hartgummi und Bakelit beispielsweise. 1994 wurde die Produktion an diesem Standort eingestellt.

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