Neanderthal-Museum

Eine neuzeitliche Art der Völkerwanderung findet jährlich ins Neandertal zum Neanderthal-Museum statt, das an der Verbindungsstraße zwischen Erkrath und Mettmann zu finden ist: 170.000 Homo sapiens sapiens (besonders weise Menschen) erkunden im Neanderthal-Museum ihre Vergangenheit.

Dass sich vor einen Museum Schlangen bilden können, beweist die Attraktivität des fast ovalen modernen Baus, durch den sich ein stufenloser Rundweg schraubt. Das Neanderthal-Museum erhielt bereits Preise. Architektur in der Natur und die Besonderheit des Museumsgegenstands gehen hier interessant Hand in Hand. Der moderne Museumsbau wurde 1996 eröffnet. Vorher war die Ausstellung in einem anderen Gebäude, das etwas weiter im Wald Richtung Eiszeitliches Wildgehege liegt.

Der ursprüngliche Museumsbau entstand 1938 und wird heute vom Neanderthal-Museum als Steinzeitwerkstatt betrieben. In der Steinzeitwerkstatt kann man mit einer echten Knochennadel nähen, mit einer Feuersteinklinge versuchen, ein Messer herzustellen oder mit Pfeil und Bogen auf Attrappen schießen während eines archäotechnischen Workshops. Der anthropologische Workshop bringt die fossilen Knochen unter die Lupe. Auch lassen sich hier Feierlichkeiten in die Steinzeit verlegen.

Im neuen Neanderthal-Museum selbst sind die eigentlichen Ausstellungen untergebracht. Die Exponate sind zum Teil chronologisch sortiert, nach den Epochen der Evolution, und zum Teil auch sozial arrangiert, so dass man sich ganz nah die kunstvoll gestalteten Figurengruppen ansehen kann, das Jagen, Sammeln, Feuermachen. Wie die Menschen seinerzeit in echt ausgesehen haben könnten, zeigen die zahlreichen lebensgroßen Rekonstruktionen und man kann sich da auch gerne dazu stellen. Ein Shop, ein Café und wechselnde Sonderausstellungen bietet das Neanderthal-Museum ebenso.

Der Fundort in der Kleinen Feldhofer Grotte wurde einst durch Kalksteinabbau zerstört und in jüngerer Zeit erst wieder hergerichtet und zwar als archäologischer Garten. Ein Zeitstrahl zieht sich hier beispielsweise durch das Gelände und weitere anregende Kunstobjekte auf der Wiese an der Düssel.

Am Neanderthal-Museum startet und endet der1,2km lange Kunstweg MenschenSpuren an dem sich elf Künstler mit dem Thema Mensch und Natur auseinandergesetzt haben. Am anschaulichsten ist die Skulpturenreihe vom Mensch, der nicht aufhörte zu wachsen. Bei den Skulpturen gibt es auch Audioanschlüsse, wo man sich die Infos zum Künstler und Objekt anhören kann. An den Kunstweg grenzt das Eiszeitliche Wildgehege an.

Nördlich des Neanderthal-Museums fließt der Laubach und der hat einen seit 2014 wieder sichtbaren Wasserfall, da man hier die Bäume zurückgeschnitten hat. Das Laubachtal ist ein Naturschutzgebiet von Mettmann und misst rund 15ha. Schützenswert ist neben dem Bachlauf mit dem Wasserfall am oberen Laubach der Biotopkomplex mit dem Feuchtgrünland, dem Binnengewässer, der verschiedenen Gehölzarten und hier lebenden Tierarten. Gleich nebenan, in Richtung Düssel, umgeben die beiden Naturschutzgebiete Laubacher Steinbruch und Fraunhofer Steinbruch den Fluss. Hier geschützt sind unter anderem die Kalksteinfelsen.