Nürburg

Die Ruine der Nürburg erhebt sich im gleichnamigen Dorf Nürburg, das sich wie auch die Adenauer Stadtteile Breidscheid, Herschbroich und Quiddelbach in der Nordschleife des Nürburgrings befindet. Zu Nürburg zählen die Wohnplätze Grube Rosalia und Heupenmühle. Wenn alle Nürburger zusammenkommen, reicht ein Festzelt für circa 180 Personen, inklusive Kapelle von auswärts. Gleichzeitig steigen sicher einige Rennstreckenfans in dem Luftkurort am Ring ab.

Mons Nore (678m), schwarzer Berg, so die Bezeichnung der Römer für den Gipfel, auf dem ab dem 12. Jahrhundert in mehreren Etappen die Nürburg errichtet wurde. Erste urkundliche Erwähnung war im Jahr 1166 und als Erbauer wurde Graf Ulrich notiert, wohl aber hatte dessen Vater bereits mit dem Bau einer Fliehburg begonnen.

Der Bergfried entstammt der ersten Bauphase und von ihm aus lässt es sich wunderbar über die Eifel und den Nürburgring schauen. Nachdem die Kernburg stand, wurden im 14. Jahrhundert Zwingermauern als weiterer Befestigungsring gebaut. Doch des Schutzes war noch nicht genug, denn eine dritte Befestigung kam im 15. Jahrhundert hinzu, die die Burgmannenhäuser mit integrierte. Diese sind heute nicht mehr erhalten. Im Anschluss erging es der Burg wie vielen ihrer Nachbarinnen. Plünderungen, Beschädigungen und französische Soldaten (1689), die der bereits arg gebeutelten Burg noch einmal ordentlich zusetzten. Der Bergfried diente bis 1752 noch als Gefängnis. Hernach wurde die Nürburg als Steinbruch zweckentfremdet.

Im gleichnamigen Dorf am Fuße der Nürburg findet sich die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus aus dem 15. Jahrhundert mit spätgotischem Chor und einem barocken Langhaus aus dem Jahr 1817 sowie einem Anbau aus jüngerer Zeit. Einige Bleiglasfenster der Kirche stammen noch vor der Zeit des Ersten Weltkrieges. Das Portal zeigt außen Szenen aus dem Leben des heiligen Nikolaus und wurde erst 2007 in Bronze gegossen. Wenn man weiß, wann die Tür entstand, wundert man sich auch nicht über ihre Innenseite, auf der neben Kirchen und Kapellen die Streckenführungen des Nürburgrings markiert sind.

Himmel und Hölle liegen an der Nürburg dicht beieinander, kommt der Gedanke, denn der Wanderer kann sich auf den Rundweg um die Nürburg machen, der den Namen trägt: Auf den Spuren der grünen Hölle. Die 10,4km lange Tour informiert über Flora und Fauna, Bauwerke wie die Nürburg und Kirchen und selbstredend über die Grüne Hölle, wie die Nordschleife genannt wird. Diese poetische Bezeichnung der kreuzgefährlichen Strecke geht auf Sir Jackie Stewart zurück. Der britische Formel 1 Rennfahrer wurde in der Zeit zwischen 1965 und 1973 drei Mal Weltmeister.