Adenau

Adenau ist Verwaltungszentrum der gleichnamigen Verbandsgemeinde, die sich im Schnittpunkt von Hocheifel und Ahr-Eifel erstreckt. Adenau ist auch als Johannniterstadt bekannt, weil in Adenau1162 eine Kommende des karitativ wirkenden Johanniterordens eingerichtet wurde. Die Ordensbrüder versorgten Arme und Pilger. Das Aussehen der Komturei am Kirchplatz geht auf einen Umbau im 18. Jahrhundert zurück und auf Renovierungsarbeiten 1870. Die Johanniter-Komturei ist das Herrenhaus der Johanniter und steht in Nachbarschaft zur Kirche.

Etliches der katholischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer wurde durch den Zweiten Weltkrieg zerstört. Doch im Kern geht die Kirche auf das 10. Jahrhundert zurück. Erhalten blieb der etwas ungewöhnliche achteckige Ostchorturm. Beachtung sollte man auch dem sechseckigen romanischen Taufstein schenken. Mit den Säulen und der Ausarbeitung ist er eine Besonderheit in der Region. Nicht nur Architekturstudenten können sich hier auf Spurensuche begeben, was ist romanisch, was spätgotisch und was neugotisch? Vielleicht noch ein Hinweis: der figurenreiche Altaraufsatz entstamm der Spätgotik und ist eine Arbeit aus Flandern.

Gegenüber der Kommende steht die Marienkapelle im neugotischen Stil, die anstelle einer älteren Kapelle in den Jahren 1893-95 erbaut wurde. Man wundert sich über die Bescheidenheit, das Gebäude Marienkapelle zu nennen, denn es scheint aufgrund der Ausführung und Maße (41 x 21m) eher Kirche als Kapelle zu sein. Sie beherbergt sieben Stationen der Schmerzen Mariens. Hinter der Kapelle können Gläubige in der Lourdes-Grotte Maria verehren. In Adenau gibt es zudem einen neogotischen Kreuzweg, den Bürger um 1862 aus Eifel-Gestein erbaut haben.

Sehr schön erhalten ist der Marktplatz in Adenau mit dem Brunnen aus Basaltsäulen in der Mitte. Umrahmt von den Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert bildet der Platz ein historisches Ensemble, aus dem besonders das Haus Stein hervorsticht. 1630 wurde Haus Stein mit drei vorkragenden Fachwerkgeschossen erbaut und mit einem schiefergedeckten Schweifgiebel nochmals besonders gekrönt. Seit 1992 steht das Haus unter dem Protektorat der Haager Konvention und gilt als schützenwertes Kulturgut.

Die Geschichte in Adenau spiel sich recht zentral ab zwischen Markt und Kirche und man kann seine Zeit auch recht gut bei Regenwetter in den Häusern verbringen, wie beispielsweise dem Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert in der Kirchstraße 2-4. Es beherbergt das Heimat- und Zunftmuseum. Bis 1910 arbeitete hier der letzte Adenauer Nagelschmied. In dem Museum zeigen sich alte Handwerkskünste und die Zünfte: Zimmerer, Schreiner, Dachdecker, Stellmacher, Gerber, Weber, Seiler, Schumacher, Sattler, Tuchmacher ... man kommt schon beim Aufzählen ins Schwitzen, ohne einen Hackenschlag gemacht zu haben.

Ein restauriertes Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert in der Säujass, wie die Schulstraße vor Ort genannt wird, da hier früher die Schweine zum Markt getrieben wurden, ist heute das Eifeler Bauernhaus-Museum. Gezeigt wird die eifeltypische Ausgestaltung eines bäuerlichen Betriebes aus dem 19. Jahrhundert. Knechtkammer, Fruchtspeicher, Gerätschaften aus der alten Zeit vermitteln einen lebhaften Eindruck.

Am Ortsausgang in Richtung Nürburgring ist der Buttermarkt als ein weiteres historisches Kleinod in Adenau zu finden. Dass man dort ist, erkennt man spätestens an der bronzenen Bauersfrau mit ihrem Butterangebot.

Der älteste Profanbau in Adenau ist das Burghaus der Herren zu Adenau, möglicherweise der befestigte Wohnturm des Peter von Adenau aus dem Jahr 1396. Gleich benachbart ist das Fachwerkhaus Romes-Hartmann, was nicht immer Nachbar war, es wanderte aus der Ortsmitte hier her und bildet nun gemeinsam mit dem Burghaus ein Forum für Ausstellungen und Theater.

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