Milspe (Ennepetal)

Milspe ist der größte Stadtteil von Ennepetal und liegt auf der südlichen Seite der Ennepe direkt gegenüber von Voerde, dem zweiten großen Stadtteil. Milspe und Voerde haben sich 1949 zur Stadt Enneptal zusammengeschlossen. Heute leben rund knapp 30.000 Menschen in Ennepetal, der Stadt der Kluterthöhle, die gegenüber von Milspe am anderen Ufer der Ennepe liegt.

Ennepetal hat etwas ganz besonderes zu bieten: das Straßenindustriemuseum Ennepetal. Knapp dreißig historische Maschinen, Informationstafeln und Skulturen aus der Zeit, als sich in Ennepetal noch alles um Eisenverarbeitung drehte, sind im öffentlichen Raum aufgestellt. Auf dem Marktplatz von Milspe steht z.B. der Schmiedebrunnen, der die beiden Flüsse Ennepe und Heilenbecke mit ihren vielen Wasserrädern und Hammerteichen darstellt.

Die gute Stube von Ennepetal ist die Veranstaltungs- und Kongresshalle Haus Ennepetal, der Ort für Konzerte, Theater und Musicals in Ennepetal. Am ersten Novemberwochenende findet in Haus Ennepetal die Internationale Ennepe-Ruhr Edelstein- und Mineralbörse statt. Von Haus Ennepetal kann man direkt die Ennepe passieren und hinüber zur Kluterthöhle gehen.

Die evangelische Kirche in Milspe ist eine neugotische Emporenhalle, die 1895-96 erbaut wurde. Der ortsbildprägende Backsteinbau ist zum Teil mit farbig abgesetztem Dekor und Werksteinschmuck an den Portalen und Maßwerkfenstern ausgeführt. Die Kanzel, die Taufe und Teile des Gestühls sind aus der Bauzeit. Ebenfalls sehenswert ist die 1913 erbaute Villa Stockey in der Heinrichstraße. Der rechteckige Grundriss der ehemaligen Fabrikantenvilla besitzt zur Strukturierung der Gebäudehauptseiten Vorbauten, das Mansarddach mit neuer Deckung ist durch Dachgauben mit geschwungener Verdachung erweitert. Auch Teile des Gartens sind heute denkmalgeschützt. Nachdem zwischenzeitlich das Bauderzernat hier arbeitete, wird Villa Stockey seit 1998 wieder zu Wohnzwecken genutzt.

Noch weiter südwestlich an der Heilenbecke, die wenig später in die Ennepe mündet, steht Haus Heilenbecke, ein denkmalgeschütztes Ensemble aus Herrenhaus von 1784-85 im bergischen Rokoko und zwei Nebenhäusern. Im Garten steht an einem hübschen Teich ein Pavillon, der sogar auf 1738 datiert.

Folgt man der Heilenbecke aufwärts kommt man an einer weiteren schmucken Villa vorbei, der Villa Brackelsberg. Die Villa Brackelsberg wurde 1907 im Jugendstil als Wohnhaus eines Fabrikanten errichtet. Die Villa steht auf einem parkartigen Gartengrundstück, in dem sich ein ebenfalls im Jugendstil gehaltener Gartenpavillon befindet.

Im Norden von Milspe liegt der Bahnhof Ennepetal (Gevelsberg) an der Bahnstrecke von Elberfeld nach Dortmund, einer der am meistbefahrenen Bahnstrecken in Deutschland. Der Ursprungsbau des Bahnhofs Ennepetal stammt von 1846-47 und wurde 1865 und 1900 durch Anbauten erweitert. Der Fachwerksbau mit Holzverkleidung präsentiert sich heute noch so, wie er damals fertiggestellt wurde. Der Bahnhof Ennepetal steht unter Denkmalschutz und ist heute eine Station der Route der Industriekultur.

In Sichtweite zum Bahnhofsgebäude steht die auffällige Villa Altenloh, die 1899 im Landhausstil für einen Fabrikanten erbaut wurde. Der reichgegliederte Baukörper ist dreigeschossig und besitzt ein Krüppelwalmdach mit versetzten Giebeln und Firsten. Zu den zahlreichen baulichen Details zählen ein hoher Eckturm, Fachwerkelemente und eine Wintergarten-Auslucht.

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