Meggen (Lennestadt)

Nördlich von Altenhundem liegt Meggen direkt an der Lenne. Meggen gehört zur 1969 neu geformten Stadt Lennestadt und schmiegt sich in beengter Tallage rechts der Lenne an den Fuß des Kahle (479m). Gegenüber, auf der anderen Seite der Lenne, hat der Nachbarort Maumke ein wenig mehr Raum in seiner Talmulde. Hier macht die Lenne einen Bogen nach Westen, um die nördlich gelegenen Berge Hardt (503m) und Strumberg (434m) zu umfließen.

Bekannt war Meggen bis für seinen Bergbau. Seit 1890 wurde hier Schwefelkies abgebaut, und das in ganz erheblichem Umfang: Lange Zeit gehörten die Meggener Gruben zu den größten Schwefelkiesgruben der Welt. Schwefelkies kennt man auch als Katzengold: Es ist ein golden glänzender Stein, aus dem u.a. Schwefelsäure hergestellt werden kann.

Ende der 1950er Jahre ging die Bedeutung der Schwefelkiesförderung allerdings deutlich zurück, als man begann, Schwefel aus der Raffination von Erdgas zu gewinnen, der dort als Abfallprodukt anfiel. Entsprechend schrumpfte der Absatz des Schwefelkieses deutlich. Doch erst im Jahr 1992 wurde im Siciliaschacht der Betrieb endgültig eingestellt, die Förderung der Rohstoffe ist heute nicht mehr wirtschaftlich, und die Schwerspat-Vorräte der Gruben waren bereits 1977 erschöpft.

Heute befindet sich rund um die Anlage das Bergbaumuseum Siciliaschacht. In der ehemaligen Markenkontrolle wird Wissenswertes rund um den Erzbergbau und die Verwendung der Metalle übersichtlich ausgestellt. Zu sehen sind außerdem die Eingangshalle, der Förderkorb und der Maschinenraum. Am Siciliaschacht beginnt auch ein 4,3km langer Rundwanderweg mit 17 Informationsstationen, die durch die Meggener Bergbaugeschichte führen.

Statt im Schacht in die Tiefe gegraben wurde seither gleich um die Ecke in die Höhe gebaut. Die Sauerland-Pyramiden bei Meggen bieten zwar einen etwas gewöhnungsbedürftigen Anblick, dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen sind sie sind ein echter Besuchermagnet. Die Hauptpyramide ist 15m hoch. Die Eröffnung hatte 2005 für einiges Rauschen im Blätterwald gesorgt, Pyramiden werden ja nicht allzu oft neu gebaut. In den ungewöhnlichen Gebäuden finden heute Seminare und Ausstellungen sowie kulturelle Veranstaltungen statt.

Deutlich älteren Ursprungs ist die alte Wallburganlage auf dem Kahle. Sie liegt auf der Kuppe des Berges, etwa einen halben Kilometer von Meggen entfernt. Um vom Tal aus hier hoch zu gelangen, ist allerdings ein kräftiger Marsch nötig: Rund 200 Höhenmeter wollen überwunden sein, bis man sich die Reste der Anlage ansehen kann. Vermutlich stammt sie wie viele andere Wallburgen der Region aus der vorrömischen Eisenzeit.

Aus welchem Jahr die St. Bartholomäus Kirche in Meggen stammt, weiß man hingegen recht genau. 1895 begann der Bau, der im Jahr darauf abgeschlossen war. Sie ist nicht das erste Gotteshaus in Meggen. Schon für das Jahr 1500 wird die Existenz einer Kapelle vermutet. Sie wurde im Dreißigjährigen Krieg entweiht. 1762 entstand eine zweite Kapelle, die im Laufe der Jahre mehrfach erweitert werden musste.

Auch die heutige St. Bartholomäus Kirche entstand letztendlich, weil nicht genügend Raum zur Verfügung stand. Sie ist aus Bruchsteinen gemauert, die aber ausgesprochen reich verziert sind, und der Kirche so einen fast schon leichten Eindruck verleihen. Zu diesem Eindruck trägt auch der schlanke Turm mit der achteckigen Glockenstube bei. Der Stil der Kirche kann der Neuromanik zugeordnet werden.