Mariendom Andernach

Vier Türme hat die römisch-katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Andernach, die ob ihrer Größe auch Mariendom genannt wird. Westbau und Chor befinden sich in direkter Nähe zur mittelalterlichen Stadtmauer. Mit dem Bau der dreischiffigen querhauslosen Emporenbasilika wurde nach 1198 begonnen.

Aus dem frühen 12. Jahrhundert ist der freistehende Glockenturm erhalten, der als Nordostturm nach einem Brand in den neuen Kirchenbau integriert wurde. Bis 1220 war dieser dann vollendet und um 1250 standen die Westtürme in ihrer ganzen Pracht.

Im späten 19. Jahrhundert fanden umfassende Rekonstruktions- und Renovierungsarbeiten am Andernacher Mariendom statt, die den ursprünglichen Zustand beherzigten. In die reichhaltig mit Bögen gegliederte imposante Westfassade wurde 1893-94 die große Rosette eingelassen, die ein hübsches Beispiel der kölnisch-rheinischen Architektur darstellt.

Im Inneren des Mariendoms Andernach finden sich Ausstattungsstücke aus vielen Jahrhunderten. Der Kaiseraltar wurde 1475 von Kaiser Friedrich III. gestiftet. Das Taufbecken stammt aus dem 13. Jahrhundert und besteht aus Basalt. Aus der Abtei Maria Laach stammt die schmucke Eichenholzkanzel mit Schalldeckel und die Kommunionsbank. Aufmerksamkeit ist auch den sehenswerten Ausmalungen zu widmen.

2006 wurde im Zuge des Neubaus des Pfarrheims am Mariendom in Andernach eine großartige Entdeckung gemacht. Man fand die Reste einer römischen Badeanlage aus dem 4. Jahrhundert. Zuvor fand man etliche Knochen, denn zwischen dem 8. und 18. Jahrhundert diente der Ort Bestattungen. Dann stieß man auf das feste Mauerwerk eines quadratischen Badebeckens, vermutlich ein früheres Kaltwasserbecken. Man schätzt, dass die Badeanlage bis unter die Kirche reicht. Auch fand man Spuren eines Warmwasserbeckens, denn dieses stand auf Säulen und wurde von unten beheizt. Vermutlich diente das Kaltwasserbecken auch eine Zeit lang später als Taufbecken. Die Badeanlage wurde in den Bau des Pfarrheims integriert. Durch eine Glaskuppel vor dem Pfarrheim kann man die Anlage sehen.