Marburg-Schröck

An den Osthängen der Marburger Lahnberge im Übergang ins Amöneburger Becken liegt der Marburger Stadtteil Schröck. Der Lichter Küppel (368m) trennt Schröck von Richtsberg und Cappel, die direkt an der Lahn liegen.

Die größte Sehenswürdigkeit von Schröck liegt etwas außerhalb des Orts an der Straße, die zum Botanischen Garten führt. Hier befindet sich der Elisabethbrunnen, auch Schröcker Brunnen genannt. Am Elisabethbrunnen soll die heilige Elisabeth einst Almosen verteilt haben. Im 17. Jahrhundert ließ dann Landgraf Ludwig IV. die heutige Brunnenanlage nach antikem Vorbild als Brunnentempel errichten. Der rundbogige Eingang zur Brunnenstube wird von vier dorischen Säulen flankiert. Über dem Eingang erhebt sich ein zweites Geschoss mit sechs Säulen, das von einem flachen Dreieckgiebel bekrönt ist.

Oberhalb des Elisabethbrunnens stößt man auf die Ruinen einer mittelalterlichen Wallfahrtsstätte, der Kreuzkapelle. Hier kamen die Elisabethwallfahrer hin, bis 1527 im Zuge der Reformation die Kreuzkapelle gesperrt wurde und verfiel. 1925 wurden die Grundmauern wieder freigelegt und heute finden regelmäßig Prozessionen zur Kreuzkapelle statt.

In Schröck selbst lohnt ein Blick auf die katholische Pfarrkirche St. Michael. Die St. Michael Kirche wurde 1720-26 im Stile des Barock erbaut. 1743 erhielt die Kirche ihren Hauptaltar. 1865 folgten zwei Seitenaltäre, der Marien- und der Annenalter. Sie wurden 1713 gefertigt und standen vorher in der Stiftskirche Amöneburg.

Das Kirche und Welt gut Hand in Hand gehen, hat Schröck von 2002-05 unter Beweis gestellt. In der Zeit war eine Postagentur im Büro des Pfarrers untergebracht – eine bundesweit einmalige Situation, die die Post aus wirtschaftlichen Gründen beendete. Wer muss sich schon um Standorte mit knapp 2.000 Einwohnern kümmern.