Maar

Nördlich von Lauterbach, durch den Ossenberg (394m) von der Kernstadt getrennt, liegt der Stadtteil Maar. Er wird von einigen Gipfeln umgeben, u.a. dem Kalkberg (390m), auf dem sich ein stillgelegter Steinbruch befindet und der westlich gelegene Hälsberg (413m), an dessen Fuße Hügelgräber verzeichnet sind. Die Bählerhöhe (392m) schließt den Hügelring zur Bilskuppe (403m) bei Wernges.

Bereits im Mittelalter findet eine steinerne Kirche Erwähnung, die 1585 vergrößert und 200 Jahre später desolat wurde. Als wolle sie Jahrtausende überstehen, so felsenfest erhebt sich der klassizistische Bau der evangelischen Michaelskirche heute in Maar. Die Michaelskirche beeindruckt insbesondere durch die Gestaltung ihrer Längsseiten. Der Fels wird dreifach von Fensterelementen durchbrochen. Zwischen den Pilastern (Pfeilern) befinden sich dreigeteilte Rechteckfenster, darüber Rundbögen mit der gleichen schon fast feingliedrigen Fensterscheibengliederung in Quadrate.

Gleich neben dem Gottes- befindet sich das Wirtshaus. Bete und arbeite und verdurste nicht. Das Gemeindewirtshaus, dessen Ursprünge bis 1500 datiert werden, löschte von 1875 bis 1967 Wissensdurst und diente als Schule, im Anschluss und bis heute ist es das Rathaus, bzw. eine Verwaltungsaußenstelle. Ob Wissen oder Durst überwiegen, oder ob das überhaupt in einen Zusammenhang zu stellen ist, die Frage stellt sich niemand beim Betrachten des fantastisch gearbeiteten Fachwerks und der zahlreichen geschnitzten Schmuckelemente, die eine Geschichte erzählen.

Die Art des Fachwerks lässt auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts schließen und die Geschichte hinter den Bildern sagt, dass ein Soldat (über der Schultür) im Dreißigjährigen Krieg (1616-48) einen Bauern aus Maar erschossen haben soll. Feldherr Tilly (möglicherweise das Bildnis an der Hausecke) soll den Soldaten zum Tode durch den Strang verurteilt haben, was wohl auch vollzogen wurde.