Liewerfrauenweg (Solingen)


(+) vergrößern
Artikelbild
Wegweiser
Länge: 15.71km
Gehzeit: 04:08h
Anspruch: mittel
Wegzustand: gut
Downloads: 275
Höhenprofil und Infos

Solingen, wie auch das benachbarte Wuppertal und Remscheid, waren Zentren der frühen Industrialisierung in Europa. Hier wurden Messer, Werkezeuge und Waffen produziert und die Wupper und ihre vielen Nebenbäche lieferten die Energie für Hammerwerke und Schleifereien. Seit dem Mittelalter produzierte man im Bergischen Städtedreieck für die Welt – doch wie sollte man die erreichen ohne eine entsprechende Verkehrsinfrastruktur?

Es gab Hunderte kleiner Betriebe, dezentral in engen Bachtälern gelegen. Und alle mussten ihre Waren irgendwie zum Kunden kriegen. Und da kamen in Solingen die Liewerfrauen ins Spiel. Liewerfrau (Liefer-Frau) war im Grunde jede Solingerin, deren Familienangehörige mit Schneidwaren zu tun hatten. Täglich sah man sie auf den Straßen im Stadtbild und den Waldwegen ringsum, die zur Wupper führten. Die Liewerfrauen knüpften die Verbindungen zwischen den Kotten und den Fabrikanten. So ging das bis in die 1920er Jahre, bevor die Motorisierung flächendeckend wurde.

Ein neuer Wanderweg, 2021-22 angelegt und Liewerfrauenweg getauft, verbindet als Rundweg das Gründer- und Technologiezentrum Solingens (am Bahnhof Solingen-Grünewald, bedient von der S7, die Wuppertal mit Remscheid, Solingen und Düsseldorf verbindet) mit dem vierhundertjährigen Wipperkotten an der Wupper.

Wir gehen entgegen dem Uhrzeigersinn durch die Henckelstraße und dann links in die Neustraße, folgen dann grob dem Lauf des Pilghauser Bachs bis zu seiner Mündung in den Nacker Bach. Dabei passieren wir u.a. die früheren Metallbetriebe Pilghauser Kotten, Neuenhauser Kotten und Nöhrenkotten.

Bei Nöhrenhaus halten wir uns links und nach der Querung der Bundesstraße B 229 wieder links. Es geht über Kohlsberg und Höhmannsberg zur Haasenmühle, einem beliebten Ausflugslokal im Wuppertal.

Wenig später erreichen wir den Wipperkotten, einer von den nur noch zwei weitgehend erhaltenen Schleifkotten in Solingen. Der Wipperkotten wurde vermutlich im 17. Jahrhundert erbaut. Im Außenkotten arbeite bis heute selbständige Schleifer und führen Besuchern das Handwerk vor, dem Solingen seine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte verdankt.

Auf dem Rückweg begleiten wir erst ein Stück die Wupper, knicken dann links weg und wandern über Enderskotten ins Weinsberger Bachtal, der uns die Richtung durch Höhscheid zum Zentrum vorgibt.

Bildnachweis: Von DiAuras [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

Autor: SGV
Copyright 2009-2024 Wanderatlas Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten

Kostenlose Prospekte für Deinen nächsten Wanderurlaub
Wähle aus Hunderten von Wanderkatalogen und Informationsbroschüren Dein nächstes Wanderziel. Die Prospekte kommen gratis und versandkostenfrei per Post frei Haus!

Wandertouren in direkter Nähe
Es gibt weitere schöne Touren in der direkten Umgebung. Schau dich um und finde Deinen Weg!
Artikelbild
Art:
Rundtour
Länge:
10.18km
Gehzeit:
03:03h

Im Süden von Solingen im Herzen des Bergischen Lands bildet die Wupper die natürliche Grenze zu Leichlingen. Hierhin führt uns der örtliche Rundwanderweg...

Artikelbild
Art:
Rundtour
Länge:
7.18km
Gehzeit:
01:56h

Aufderhöhe ist der südwestlichste Stadtteil der bergischen Großstadt Solingen. Hervorgegangen aus einer Hofschaft entwickelte sich Aufderhöhe...

Artikelbild
Art:
Rundtour
Länge:
8.16km
Gehzeit:
02:20h

Friedrichstal, Rüden und Wüstenhof sind kleine Hofschaften bzw. Ortsteile im Süden von Solingen, eingefasst von steilen Bergen und dem Tal der...

Weitere Touren anzeigen

Wanderziele am Weg
Entlang dieses Wanderwegs gibt es interessante Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele. Starte dein nächstes Abenteuer!
Pilghauser KottenNeuenhauser KottenNöhrenkottenPilghauser Bach (Nacker Bach)HaasenmühleWipperkottenWuppertal (Rhein)EnderskottenWeinsberger Bachtal (Wupper)Höhscheid (Solingen)Bergische Streifzüge
ivw
Die Wandertour wurde zu Deiner Merkliste hinzugefügt