Lantershofen

Lantershofen mit dem Wohnplatz Tonwerk ist ein 1.450-Seelen-Ort im Grafschafter Ländchen und liegt nur rund anderthalb Kilometer entfernt von der Ahr. 1019 wurde Lantershofen „auf der Grafschaft“ erstmalig erwähnt und es unterstand als freiherrliches Dorf zu Zeiten des Römischen Reichs direkt dem Kaiser.

Die erste Burg Lantershofen stand vermutlich auf Resten von Bauten der Römer, unterhalb des heutigen Ortes. 1485 wurde Burg Lantershofen erstmalig urkundlich erwähnt. Im 17. Jahrhundert wurde der im Kern barocke Turm erbaut, der 2003 eine Renovierung erfuhr. Heute ist vom Burgcharakter der Turm und das 1708 errichtete Burghaus als sogenanntes Breitgiebelhaus zu sehen. Insgesamt fügt sich die Anlage in das Studienhaus St. Lambert ein.

Das Studienhaus St. Lambert ist eine moderne kirchlich überdiözane Priesterausbildungsstätte, die größte Priesterausbildungsstätte in Deutschland dazu. Das Ensemble in Lantershofen verbindet alt und neu auf schöne Art und Weise. 1972 wurde aus der seit 1945 bestehenden Vorbereitungsschule für das Abitur, das Studienhaus eröffnet. Es bietet auch Interessenten ohne Abitur einen Zugang zum Theologiestudium. 2000 erfolgten Neubauten und Renovierungen.

Lantershofen war einst bekannt durch seine Destillen. Ein Erzeugnis ist der Eifelgeist. ein Kräutergeist, der 1949 auf den Markt kam. Ebenso wie die Brennerei der Familie Schütz wird auch die der Familie Krämer von den Nachkommen weitergeführt. Die Brennerei Krämer erzeugt unter anderem den Weinbrand Landhofer.

Wo Obstbrände und Liköre hergestellt werden, ist es fast naheliegend, die Rohstoffe zu ehren. Das gelang erst jüngst mit dem Birnensortengarten an der L 83/Ecke Thonwerkstraße in Richtung Ringen. Daher gilt Lantershofen heute in der Region als Birnendorf. Rund sechzig Bäume mit 29 Sorten wurden 2009-10 angepflanzt und dienen auch als Outdoor-Klassenzimmer. Und der Birnensortengarten wächst. Bei der Sortenwahl wird Wert auf historische Birnenarten gelegt.

Es gibt in Lantershofen neben Birnenschnaps einen eigenen Birnenkuchen. Der Maubich ist eine Leckerei, der die im Sommer getrockneten Früchte zu den frischbirnenlosen Zeiten erhellt.