Löhbach

Löhbach, eine Hofschaft und Ortsteil von Halver im Nordwesten der Kernstadt, liegt am gleichnamigen Bach und ist der Ausgangspunkt für interessante Entdeckungen im Umkreis. Das kleine Örtchen wurde 1508 erstmals urkundlich erwähnt, entstand aber vermutlich bereits im 14. Jahrhundert.

Wandert man vom Ortskern aus in Richtung Osten, erreicht man bald das Naturschutzgebiet Halver Hülloch. Erdhügel und Löcher, Wannen und Trichter zeigen an, dass es sich hier um ein geologisch besonders interessantes Gebiet handelt. Ursprünglich befand sich hier eine Kalksteingrube. Im Jahr 1866 hoffte man, der Grube auch Bleierz finden zu können, was allerdings nicht von Erfolg gekrönt war.

Das Halver Hülloch ist nämlich ein Höhlengebiet, und Hülloch ist auch der Name für die größte Höhle in diesem Gebiet. Der Eingang der Hülloch-Höhle liegt im alten Steinbruch. Ursprünglich aus Spalten im Gestein entstanden, erweiterten sich die Höhlenräume im Laufe der Jahrtausende, und heute ist der Hauptgang der Höhle rund 655m lang. Touristisch erschlossen ist die Höhle nicht, denn sie beherbergt mehrere seltene Arten, wie etwa das große Mausohr oder, etwas kleiner, Strudelwürmer und Flohkrebse.

Begibt man sich von Löhbach aus rund 2km nach Westen, trifft man dort auf die junge Ennepe. Im gesamten Verlauf der Ennepe gibt es nur noch eine einzige erhaltene Wassermühle, die Löhrmühle oder auch Löher Mühle. Sie steht schon lange an diesem Platz, erstmals erwähnt wird sie Mitte des 16. Jahrhunderts, damals allerdings noch unter ihrem alten Namen Eichhofer Mühle.

Erst seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts wurde sie Löhrmühle genannt. Zu diesem Zeitpunkt wurde sie auch teilweise neu aufgebaut und erhielt ihr heutiges Gesicht. Zu der Anlage, die jederzeit von außen besichtigt werden kann, gehören gleich zwei Stauteiche. Sie versorgen das eiserne Wasserrad mit dem nötigen Wasser für den Antrieb. Einer von ursprünglich zwei Mahlgängen ist sogar wieder funktionsfähig, nachdem er umfassend restauriert wurde.

Zu Fuß sind es noch einmal rund 2km, dieses Mal in südöstlicher Richtung, bis zum Halverer Ortsteil Oberhövel. Unterwegs passiert man das Naturdenkmal Hülsengelände Im Keller. Der Name wirkt zunächst kurios, doch ist er schnell erklärt: Hülse ist ein regionaler Ausdruck für die europäische Stechpalme, andernorts auch Walddistel oder Stechlaub genannt. Überregional bekannt ist wohl vor allem ihr botanischer Name, Ilex. Hier bei Oberhövel gibt es großflächige Vorkommen des wehrhaften immergrünen Gewächses.