Kurfürstliches Palais (Trier)


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Kurfürsten, das waren die ranghöchsten Fürsten im Reich. Sie wählten den deutschen König, der dann quasi automatisch vom Papst zum Kaiser der Römischen Reichs gekrönt wurde. Diese Kurfürsten waren also echte big shots - und es gab nur eine Handvoll von ihnen.

Einer der ursprünglich sieben Kurfürsten war der Trierer Erzbischof. Er residierte im Mittelalter in der vom römischen Kaiser Konstantin errichteten Palastaula, der sogenannten Konstantinbasilika. Doch mit Beginn der Neuzeit änderte sich nach und nach der Geschmack. Man wollte moderner wohnen.

Deshalb ließ Kurfürst Johann VII. bereits im 16. Jahrhundert erste Gebäude abreißen und ab 1615 begann man mit dem Bau des Kurfürstlichen Palais. Die Bauarbeiten zogen sich über gut sechzig Jahre hin, wobei die Trierer Kurfürsten ihren Residenzsitz bereits 1629 im Kern nach Koblenz verlegten.

1794 besetzten französische Truppen Trier und enteigneten den Kurfürsten und Erzbischof von Trier. Im Kurfürstlichen Palais machten es sich französische Soldaten gemütlich. Später eroberten die Preußen Trier zurück und der preußische König verfügte, große Teile des Kurfürstlichen Palais wieder zurückzubauen, um die Konstantinbasilika wieder ins rechte Licht zu rücken.

Heute ist das Kurfürstliche Palais demnach deutlich kleiner, als zu Hochzeiten der Macht des Erzbischofs und Kurfürsten von Trier. In den verbliebenen Gebäuden arbeitet heute die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes Rheinland-Pfalz.

Wie es sich für ein Palais gehört, gibt es natürlich auch einen Garten rundum die kurfürstliche Wohnung. Der hat den bescheidenen Namen Trierer Palastgarten und wurde in seiner heutigen Form in den 1930er Jahren angelegt. Der Palastgarten zieht sich vom Kurfürstlichen Palais bis zu den Kaiserthermen. Am westlichen Rand steht das Rheinische Landesmuseum Trier. Im Park befindet sich der im 18. Jahrhundert erstmals genannt Ferdinand-Tietz-Brunnen.

Im Westen der Rasenfläche steht an einem Weg ein Denkmal aus zwei hochstehenden Betonplatten, das Städten zu ihrem 2000. Jubiläum verliehen wird – das war im Falle Triers im Jahr 1984. Im Osten erheben sich hinter Bäumen Reste der mittelalterlichen Stadtmauer Triers. In die Stadtmauer eingelassen ist eine Gedenkplatte für Franz Weißebach als Stifter des Parks.


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