Klingelbach

In Klingelbach steht das größte und höchste Bauwerk des Einrich: Die evangelische Barockkirche von 1772. Der 48 Meter hohe, denkmalgeschützte Saalbau verfügt über einen Dachreiter und eine doppelte Zwiebelhaube. Der Innenraum wurde im Rokoko-Stil gestaltet, mit aufwändigen Stuckarbeiten an der Decke. Die Kirchenorgel wurde nachträglich anno 1790 eingebaut.

Die Ortsgemeinde Klingelbach mit ca. 730 Einwohnern liegt im Zentrum der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen im Hintertaunus auf 295m ü. NN am Ufer des Dörsbach. Der Ortsname rührt daher, dass Klingelbach Kirchdorf des zentralen Einrichs war. So kam auch die große Glocke (= Klingel) in das Ortswappen.

Mit Kirchdorf bezeichnete man einen Siedlungstyp des Mittelalters. Damals überwogen kleine Siedlungen, die über die Waldrodungen verstreut waren. So schloss man im 12. bis 14. Jahrhundert drei bis zehn dieser Ortschaften zu einem Kirchspiel zusammen, das über eine gemeinsame Kirche verfügte. Diese Kirche wurde in Orten ab ca. 100 Einwohnern erbaut. Da Kirchdörfer über gewisse Privilegien verfügten, waren diese Kirchen oft auch Eigenkirchen der jeweiligen Grundherren.

In der Zeit des Kirchbaus in Klingelbach entstanden noch weitere denkmalgeschützte Gebäude: Bei einem Spaziergang durch die Kirchstraße und die Oberdorfstraße kann der aufmerksame Wanderer historische Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert entdecken.