Kerpen im Rhein-Erft-Kreis bündelt eine Art Mikrokosmos des menschlichen Wirkens innerhalb des Naturraums heutiger Zeit. Da haben wir nordwestlich den Braunkohle-Tagebau Hambach, nordöstlich das kulturelle, über 2.000 Jahre alte Zentrum Köln am Rhein. Dazwischen liegt die Kolpingstadt Kerpen, mit Mühlen und Schloss Loersfeld und die A61 rauscht. Zum Ausgleich, so scheint es, sind rings um Kerpen Wald und Feld und einige kleinräumige Naturschutzgebiete ausgewiesen. Der Rundweg macht Station am KM51-Erftmuseum und dem Naturparkzentrum (Rheinland) Gymnicher Mühle mit Wassererlebnispark.
Im Kerpener Zentrum liegen am Stiftsplatz beieinander: St. Martinus-Kirche, Adolf-Kolping-Denkmal, Stadtarchiv – Haus für Kunst und Geschichte sowie eine Moschee. Wir blicken auf die in mehreren Bauphasen entstandene ehemalige Stiftskirche mit 78m hohem Turm und Wurzeln im 11. Jahrhundert. Von der Stiftsstraße biegen wir nach links in die Hahnenstraße und beim Kreisel halten wir uns rechts. Dort geht es auf dem Brückenweg durch zwei Friedhöfe.
Weitere Abbiegungen bringen uns zur Kirche St. Quirinus im Stadtteil Mödrath. Gen Norden verlassen wir das Städtische und kommen zum Schloss Loersfeld, nahe dem Kreuz Kerpen. Das sehenswerte Schloss aus dem 15. Jahrhundert wird gastronomisch betrieben und ist von einem Landschaftspark umgeben.
Wir überwinden die Autobahn per Brücke und gelangen in den südlichen Zipfel des Naturschutzgebiets Parrig. Er ist Teil im Biotopverbund mit seinen Nachbarn. Die Bruchgebiete Parrig und Kerpener Bruch (nicht zugänglich) beheimaten den Rest der früher weiträumigeren Hartholzauen mit ihren Eichen, Ulmen und Erlen in der Flussniederung der Erft. Durch den Wald wandern wir um das Flachwasserbiotop Kerpener Bruch herum. Wir treffen auf die Kleine Erft, die zur Erft unterwegs ist.
Nach etwas über der Hälfte der Runde sind wir entlang des Füllesgrabens zum KM51-Erftmuseum gelangt, bei der Gymnicher Mühle und dem Naturparkzentrum Gymnicher Mühle nebst Wassererlebnispark (Eintritt). KM51 bezieht sich auf die Flusskilometer. Bei der sehenswerten Mühle sind ein Bauern- und Kräutergarten und man findet eine pädagogische Lehrbäckerei. Die Mühle bestand vermutlich schon zur Karolingerzeit, wurde 1315 erstmalig genannt und zeigt sich als dreiflügelige Hofanlage in Ziegel- und Fachwerkbauweise, mit Gastronomie und Falknerei zum Beispiel.
Nach der informativen Rast muss die A61 nochmals per Brücke überwunden werden, dann geht’s um das Kieswerk Gymnich herum, auf dem Siedlerweg durch die offene Wiesen- und Feldflur, an einem Wegekreuz vorbei. In Kerpen sind wir auf der Neustraße unterwegs und biegen nach rechts zum Stiftsplatz ein.
Bildnachweis: Von SerapioN [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
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