Kenn

Kenn kennt man auch als Tor zur Römischen Weinstraße, die sich von Trier aus moselabwärts bis etwa Neumagen-Dhron zieht. Auch bei Kenn lebten Römer. Die Statue einer Quellnymphe wurde in Kenn gefunden. Das Original steht im Rheinischen Landesmuseum Trier und eine Kopie verschönert den Römerplatz in Kenn.

Die Quellnymphe wurde 1844 entdeckt und stammt aus der Zeit um 150. In der Straße Im Ecken liegt ein Römerkeller aus dem 2. Jahrhundert. Der östliche der drei 1988 entdeckten Keller mit Nischen wurde restauriert und kann von außen angeschaut werden. Ein weiteres Relikt der Römer ist die Alte Poststraße, auf der einst die Römer von Trier nach Bingen reisten. Ein Teil liegt westlich von Kenn auf der Kenner Ley, eine 1970-90 mit Wohnbauten bebaute Steiluferpartie rund sechzig Meter über dem Moseltal mit guter Aus- und Fernsicht.

Gleich benachbart zum Römerkeller lädt das Heimatmuseum Kenn zur Erkundung ein. Das Heimatmuseum ist stilschön in einem Einhaus mit barocker Fassade und einer Tür aus der Erbauungszeit aus dem Jahr 1764 untergebracht. Im Inneren des Heimatmuseums kann man anhand von über 800 Exponaten sehen, wie seinerzeit gelebt und womit gearbeitet wurde.

Der Ortskern von Kenn steht als Denkmalzone unter Schutz. Neben dem Heimatmuseum und dem Römerkeller zählt auch das Maximiner Hofgut dazu. Es gehörte einst der Trierer Abtei St. Maximin. Der stattliche Mansardwalmbau mit neun Achsen entstand 1739 mit einem Umbau aus dem Jahr 1821. Ein barockes Wappen des Abtes Willibrord Scheffer ist noch zu sehen, dort wo ganz früher mal der Haupteingang war.

Bereits 500 Jahre zuvor hatte die Abtei St. Maximin eine Kapelle in Kenn und zwar am heutigen Standort der katholischen Pfarrkirche St. Margareta. Der Saalbau geht auf das Jahr 1746 zurück und der Kirchturm auf 1812. Einige Umbauten geben der Kirche ihr heutiges Aussehen.

Umgewidmet wurde in der Bahnhofstraße das Gebäude, wo heute das Rathaus ist. In dem langgestreckten Bau aus dem Jahr 1931 war früher die Schule untergebracht. Kinder und Jugendliche oder Sportler können sich in der Bernhard-Becker-Freizeitanlage austoben, auf Spiel- und Bolzplätzen, Skaten oder im Jugendraum Party machen.

Nördlich der Autobahn A 602, schon im Stadtgebiet von Trier, liegt das Naturschutzgebiet Kenner Flur. Schutzziele sind die Bewahrung der für die Moseltalaue typischen Ufer- und Gewässerstrukturen mitsamt den zugehörigen Pflanzengesellschaften als Lebensraum für bedrohte Insekten und Amphibien. Ebenso dient das Gebiet als Kinderstube für Vogelarten wie Haubentaucher, Uferschwalbe und Flussregenpfeifer und als Rastplatz während des Vogelzugs.

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