Karstquellenweg Königsbronn-Oberkochen (Ostalb)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 27 km
Gehzeit o. Pause: 6 Std. 54 Min.
Höhenmeter ca. ↑732m  ↓732m
Karstquellenweg Wegzeichen Markierung Beschilderung

Zwischen Königsbronn und Oberkochen entlang der Brenz erkunden wir mit dem Wegzeichen „gelber Ring“ die Heidenheimer Brenzregion, an Knotenpunkten folge man dem grünen Wegweiser. Der Karstquellenweg verbindet mit 15 Stationen wesentliche Wasseraufbrüche des oberen Brenz- und Kochertals. Der Weg lädt dazu ein, sich den geologischen und geschichtlichen Bezügen in diesem Teil der schönen Ostalb zu nähern.

Der Karstquellenweg ist recht lang, an einem Tag möglich, aber man könnte ihn auch teilen. Von Königsbronn, dem Einstieg, bis Oberkochen sind es rund 9km, plus der Schleife in Richtung Langert hinauf wären es 15km und man könnte in Oberkochen übernachten. Der zweite Teil, östlich der Brenz zum Itzelberger See, über die Brenz zum Brenzursprung nach Königsbronn zurück, nähme 12km in Anspruch.

Die Brenz misst 52km und fließt in die Donau. Wir starten am Brenzursprung beim Rathaus in Königsbronn. Der Brenztopf ist eine sehr schöne große Karstquelle am Fuße des Herwartsteines.

Das schmucke Rokoko-Rathaus stammt aus dem Jahr 1765. Benachbart ist das interessante Industriedenkmal der Hammerschmiede, die heute ein kleines Wasserkraftwerk besitzt. Auch findet sich am Brenztopf die Georg-Elser-Gedenkstätte. Georg Elser (1903-1945), Mittäter eines Bombenanschlags auf Hitler 1939, wohnte die meiste Zeit seines kurzen Lebens in Königsbronn.

Über die Brenz lenken wir die Schritte zur evangelischen Pfarrkirche, einstige Klosterkirche. Das Kloster Königsbronn wurzelt zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Wir kommen zuvor über den Leerausbach und zu einem Museum nebst Café. Wir sehen den Klosterbunnen und das heimatkundliche Torbogenmuseum.

Mit der Eisenbahnstraße folgen wir dem Gleis der Brenzbahn. Dann kommen wir zur Ziegelbachhütte mit der Ziegelbachquelle. Entlang von Waldrand wandern wir weiter zum Kocherursprung, wo der Schwarze Kocher seine Quelle hat. Mit der Schwarzen Kocher gelangen wir zu einer Forellenzucht und wandern weiter in Richtung Kern von Oberkochen. Dort machen wir einen Abstecher durch die Leitzstraße zum Ölweiher. 

Wir lernen Oberkochen kennen, durch dessen Straßenzüge wir gen Norden unterwegs sind und folgenden Quellen begegnen: Katzenbachquelle, Luggenlohbrunnen, Neubrunnen im Wolfertstal mit dem Gutenbach und Hungerbrunnen, der nur zeitweilig Wasser führt.

Die Wanderung macht eine Wende und wir sehen den Langertbrunnen und die Obere Schlachtquelle. Wir wandern den Stich hinauf in Richtung Langert (Nebengipfel – 681m). Von dort wieder abwärts und nochmal ein Stück mit dem Gutenbach.

In Oberkochen kommen wir am Rathaus vorbei und zur evangelischen Versöhnungskirche. Wir kreuzen die Aalener Straße, gelangen zur Mühlscheune und historischen Scheerer Mühle bei der Kirche St. Peter und Paul (1900) im neugotischen Stil.

Mit dem Schwarzen Kocher geht es dann weiter gen Süden. Wer jetzt nicht übernachtet, wandert weiter und kommt zum Kreisel, quert die Brenzbahn und die B19. Nun wandern wir durch abwechslungsreiche Landschaft mit Wiesen, landwirtschaftlichen Flächen und Wald in Richtung Königsbronn. 

Die Wege lauten Gaintalsträßle, Zollhaussträßle, Schweizerhaldestraße, Hohwart-Sträßle und wir streifen den nordöstlich bebauten Teil von Königsbronn mit der Frauentalstraße. An der hat der Leerausbach seinen Ursprung und nach dem Alten Flammofen sind wir am Pfefferursprung. 

Von dort erreichen wir den Panoramaweg, kreuzen die B19 und kommen zum Itzelberger See in Itzelberg. Nahebei ist ein Friedhof und die Vogelinsel, von der Brenz umflossen an einem Ende des Itzelberger Sees. Der See wurde vermutlich von den Zisterziensermönchen des Klosters Königsbronn zu Beginn des 14. Jahrhunderts zur Fischzucht angelegt. Im 15. Jahrhundert errichteten sie eine Eisenschmiede. Der See erfüllt mehrere Zwecke, Landschafts- und Vogelschutz sowie Naherholung, wobei er nicht zum Baden ist.

Wir umrunden ihn und kommen mit der Brenz unterhalb der Ruine Herwartstein entlang. Die Burg Herwartstein, von der nur noch wenige Mauerreste erhalten sind, entstand um 1050.  Kurz drauf sind wir wieder am Brenztopf und vielleicht auch an einem Schwäbischen Maultascheneintopf.

Bildnachweis: Von Freak-Line-Community [CC-BY-SA-4.0] via Wikimedia Commons

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