Köllertaler Dom (Püttlingen)

Über das Stadtpanorama von Püttlingen erhebt sich südöstlich des Stadtparks im Stadtteil Berg die katholische Pfarrkirche St. Sebastian, die aufgrund ihrer Größe und der Doppelturmfassade Köllertaler Dom genannt wird.

Der Köllertaler Dom entstand an der Stelle eines älteren Saalbaus. Die St. Sebastian Kirche wurde im Stile der Neoromanik 1908-11 nach Plänen von Wilhelm Hector erbaut, der auch die Herz-Jesu-Kirche in Köllerbach plante. Der Köllertaler Dom ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika, die drei Joche misst, wobei das Querschiff nur wenig das Langhaus überragt.

Wilhelm Hector nahm sich die Abteikirche Maria Laach in der Eifel zum Vorbild. Der monumental wirkende Köllertaler Dom hat in der Vierung die Altarinsel eingebaut entsprechend der letzten Liturgie und damit rückt die Eucharistiefeier in die Mitte der Gläubigen. An Maria Laach erinnert auch der Baldachinaltar. Das gefiel den Püttlingern so gut, dass sie auch so einen ähnlichen haben wollten.

Zu den Kirchenschätzen im Inneren gehört eine aus Birnholz gefertigte sitzende Madonna mit Kind aus dem 14. Jahrhundert. Aus dem 18. Jahrhundert ist ein Gemälde des heiligen Sebastians. Ebenfalls älterer Herkunft sind die barocken Altarblätter im Querhaus. Sie zeigen Szenen aus dem Martyrium des Kirchenpatrons und des heiligen Vitus. Zahlreiche Skulpturen beleben ebenfalls das Kircheninnere. Der Köllertaler Dom schlägt auch einen Bogen zum südlich gelegenen Redemptoristinnen-Kloster in der Völklinger Straße. Im Dom ist ein Relief des Redemptoristen Klemens Maria Hofbauer (1751-1820), auch genannt der „Apostel von Wien“, der 1909 heiliggesprochen wurde.

Der Orden der Redemptoristen wurde 1732 in Italien gegründet. Der männliche Zweig widmete sich vornehmlich der Mission. Das Kloster Heilig-Kreuz in Püttlingen ist das einzige Redemptoristinnen-Kloster in Deutschland. Das Kloster Heilig Kreuz bietet neben den Gottesdiensten und der Seelsorge auch einen Klosterladen an.

Das Kloster Heilig-Kreuz in seiner eigenwilligen Architektur geht auf György Lehoczky zurück. Er baute es 1956-60 und war für die Fenstergestaltung zuständig. Die zeigt sich in Mosaiken und bildgewaltig mit Pelikan, Nachtigall, Specht und Kranich, die christliche Symboliken sind. Man sieht ein Band musizierender Engel und weitere biblische Motive. Ein Hauptaugenmerk des Klosters ist das sich zum Himmel aufschwingende neue Dach der Kirche, oder je nach Betrachtung: die Himmelrutsche. Durch die Bogenformen passt sich das Gebäudeensemble mit einem Glockenturm schön in die hügelige Landschaft ein.

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