Köllerbach (Püttlingen)

Der Püttlinger Stadtteil Köllerbach verleiht der Region und der Stadt Püttlingen seinen Namen, Püttlingen nennt sich nämlich die Köllertalstadt und Köllerbach heißt nicht nur der Stadtteil sondern auch der 19km lange Fluss, der bei Völklingen in die Saar mündet.

Zwischen den Köllerbacher Ortsteilen Kölln und Engelfangen steht die Burg Bucherbach, die erstmalig 1326 urkundlich erwähnt wurde, wohl aber auf das 11. Jahrhundert zurückgeht. Die Burg Bucherbach ist die Ruine einer Wasserburg und war sie eine der wichtigsten Niederungsburgen im Saarland. Die Burg wurde auf einem fast quadratischen Grundriss von circa 40m erbaut und hatte runde Ecktürme von bis zu 10m Durchmesser. Bis auf den Ostturm haben sich davon auch alle halbwegs erhalten. Der Ostturm wurde auf den alten Fundamenten wieder kenntlich gemacht, ebenso die weiteren Gebäude im Burgeninneren.

Eine große Sonnenuhr prangt passenderweise am Uhrmachers Haus das die Familie Franz an die Stadt Püttlingen verschenkte. Damit konnte ein sehenswertes Beispiel eines südwestdeutschen Quereinhauses saniert und der Nachwelt zugänglich gemacht werden. Das Uhrmachers Haus entstand auf den Fundamenten der einstigen Schäferei der Burg Bucherbach. 1814-15 wurde das Quereinhaus vom Uhrmacher Johann Peter Frantz errichtet und es hat noch heute die komplette Einrichtung eines bäuerlichen Haushaltes aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende.

Der letzte Uhrmacher der Familie hieß Otto Franz und so verblieben im Haus mit dem Saarländischen Uhrenmuseum auch sämtliche Gegenstände und Gerätschaften, die ein Uhrmacher brauchte. Rund 650 Exponate kann man sich bei einer Museumsführung erklären lassen oder selbst erfassen. Der langgestreckte zweigeschossige Bau mit einem Wohntrakt und einem Scheunenteil hat auch einen Festsaal im Obergeschoss des Scheunentrakts, in dem Veranstaltungen stattfinden, Kunst, Lesungen oder Konzerte. Das Uhrmachers Haus ist ein Teil der Barockstraße Saar-Pfalz.

Nördlich der Burg Bucherbach steht in der Martinstraße die evangelische Martinskirche. Sie wurde 1223 erstmalig urkundlich genannt und ist damit eine der ältesten Kirchen im Saarland und eine der seltenen erhaltenen Dorfkirchen aus der Zeit der Spätgotik. Ihre Wurzeln liegen im 8. Jahrhundert und in einem kleinen Oratorium, wo dann der romanische Neubau mit einer Vorhalle gebaut wurde. Mehrere Umbauten wurden festgestellt. Nahe der Kirche ist der Pfarrer-Rug-Park.

Nördlich davon ist in der Sprenger Straße 34 steht die katholische Pfarrkirche Herz Jesu, die 1896-99 nach Plänen von Wilhelm Hector im Stil der Neugotik errichtet wurde. Die dreischiffige Hallenkirche hat einen Turm mit Spitzhelm. Sehr symmetrisch und schön sind die beiden Wendeltreppen, die sich um Säulen bis zur Orgelempore winden.

Ebenfalls in der Sprenger Straße 28 und 30 sind Pfarrhäuser der Protestanten und der Katholiken. Ein Pfarrhaus (Hausnummer 26) wurde 1753 im Barockstil errichtet, hat zwei Geschosse, erstreckt sich über fünf Achsen und wird mit einem Krüppelwalmdach abgeschlossen.

Köllerbach und das Köllertal sind historisch durch den Steinkohleabbau geprägt und namentlich durch den der Grube Viktoria. Vom Bergmannsverein Köllerbach wurde mit der Stadt Püttlingen zusammen in der Ortslage Engelfangen ein Freilichtmuseum errichtet. Es befindet sich vor dem Stollenmundloch der Schachtanlage Viktoria III, deren Stollen mit der Hauptanlage in Püttlingen verbunden war. Im Bergbau-Freilichtmuseum Grube Viktoria sind einige große Maschinen und Geräte zu sehen, wie eine Schrämmaschine, Bohrwagen, Haspel und Seilscheibe, Loren und eine Lokomotive.

Ein weiterer Köllerbacher Ortsteil ist das nördlich gelegene Herchenbach. Dort findet am zweiten Augustwochenende das dreitägige Festival Rocco del Schlacko auf dem Festivalgelände „Sauwasen“ mit der Bühne „Ponyhof“ statt. Rund 25.000 Besucher kommen zu diesem etablierten Festival.

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