Irrhain im Kraftshofer Forst und Schloss Neunhof


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 12 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 39 Min.
Höhenmeter ca. ↑128m  ↓128m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wir wandern im Dreieck zwischen der A3 östlich, der B4 westlich und dem Nürnberger Flughafen südlich. Start ist in Neunhof mit dem Schloss Neunhof, das wir am Ende der Runde anschauen.

Erstmal geht es vom Parkplatz in Neunhof an der Oberen Dorfstraße in den Soosweg, der uns aus der Bebauung hinaus durch die Felder bringt. Ziel ist der Irrhain des Pegnesischen Blumenordens im Kraftshofer Forst. Das macht neugierig und nach circa 2km haben wir ihn erreicht.

Der Pegnesische Blumenorden von 1644 ist eine Sprach- und Literaturgesellschaft, das Erkennungszeichen der Mitglieds-Poeten war jeweils eine Blume. Die „Literarische Gedenkstätte mit Irrwegen“ spiegelt das „Abbild der Verworrenheit der Welt“ wider und war als Ort der Meditation der Dichter gedacht. Man trifft auf verschiedene Bereiche, einer davon ist der Scheinfriedhof mit Gedenksteinen. Steine lesen oder sich eigenen Gedanken hingeben, Natur lauschen, fantastisch.

Nach dem hübschen Einblick in die Verknüpfung von Irrwald und wuchernden Gedanken wandern wir mit dem Kothbrunngraben durch den Wald, umrunden den Golfclub am Reichswald, wandern dann zwischen Golfgrün und Nürnberger Flughafen weiter und biegen im Kirchwald auf den Kirchenweg. Es geht an einer Absturzgedenkstätte vorbei. Im Februar 2001 stürzte bei Kraftshof ein Learjet 35 mit einem Triebwerkschaden ab, die drei Insassen kamen ums Leben.

In Kraftshof kommen wir zur Wehrkirche St. Georg. Kraftshof wurde 1269 erstmalig urkundlich genannt. Auffällig ist die Chorturmkirche, ein gotischer Sandsteinquaderbau, Langhaus mit Holztonne und Emporen. Sie ist im Kern aus dem Jahr 1315, von einer Wehrmauer mit Türmen umgeben und wurde nach Kriegsbeschädigungen wieder hergerichtet. Die Kirche war ein Zufluchtsort und zeigt Zeichen auf der Außenmauer. Hier ist vermutlich auch noch nicht der letzte Gedanke in die Irre gegangen. Der Pfarrer von Kraftshof machte 1676 dem Ordensoberhaupt des Pegnesischen Blumenordens, deren Mitglieder sich bis dato an der Pegnitz im Poetenwäldchen trafen und den Ort aufgeben mussten, den Vorschlag, in den Eichenhain bei Kraftshof zu kommen.

In Kraftshof sind einige Baudenkmäler zu sehen, auch der Burgstall Kressenstein mit dem Rest des Sommerhauses des Freiherrn Kreß von Kressenstein. Man entdeckt Fachwerk auf Sandsteinsockel aus dem 15. Jahrhundert, was nach 1945 erneuert wurde.

Jetzt wandern wir nach Neunhof zum Schloss Neunhof nebst dem barocken Park und den Zwergen, einer mit Bratwurst. Es war der Herrensitz der Nürnberger Patrizierfamilie Kreß. Im 15. Jahrhundert wurde das Schloss, nach wie vor in Privatbesitz, errichtet und hatte einen Wassergraben. Es ist massiv im Untergeschoss, zeigt sich oben breiter aufgestellt aus Fachwerk mit auffälligen Giebeln. Es beherbergt eine Zweigstelle des Germanischen Nationalmuseums.

Bildnachweis: Von Benreis [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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