Hevetal

Während die Möhne den größten Teil des Möhnesees speist, sorgt die Heve für einen idyllischen Seitenarm, den Hevearm. Der östlichste Teil davon wird auch Hevesee genannt. Die Heve ist 22km lang und hat ihren Ursprung mitten im Arnsberger Wald nah dem Warsteiner Ortsteil Hirschberg. Zu Beginn trägt sie ihren Namen noch nicht. Als namenloser Bach entspringt sie, wird später nach ihren Zuflüssen Lütte Bermecke und Bermecke getauft, wechselt den Namen dann zu Bache und Lottmannhardbach. Erst auf den letzten knapp 14km Länge heißt die Heve auch tatsächlich Heve.

Bis zum Bau der Möhnetalsperre hatte der Fluss seine Mündung in die Möhne bei Brüningsen. Heute liegt südöstlich des Torhauses der Hevesee. Das Torhaus bietet sich auch als Ausgangspunkt für eine Wanderung an, denn am schön gestalteten Wanderparkplatz treffen sich zahlreiche große und kleine Wanderwege. Am Ufer entlang kann man die Halbinsel im See rund um den Heversberg (262m) westlich erwandern.

Das lohnt sich nicht nur für Vogelfreunde, für die aber ganz besonders. Denn der gesamte Hevearm und der Hevesee sind als rund 320ha großes Natur- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Eisvögel kann man dort beobachten, verschiedene Gänse brüten jedes Jahr am Ufer und auch eine Graureiherkolonie hat ihr Zuhause am See. Die Naturpromenade am Wasser entlang informiert an 19 Stationen über Wissenswertes aus Natur und Geschichte.

Ein akustisches Erlebnis der besonderen Art ist am Torhaus zu finden: der Klangwald Möhnesee. Der Klangwald ist Bestandteil eines Projekts, mit dem sich der Naturpark Arnsberger Wald 2007 an einem Ideenwettbewerb des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums beteiligte. Erfolgreich beteiligte, muss man sagen, denn das Projekt belegte den ersten Platz. Der Klangwald war dabei mit Sicherheit ein wichtiger Faktor. Er besteht aus einem 3,5km langen Rundkurs, an dem zehn Stationen zum Ausprobieren und Lauschen einladen. Sie tragen so kuriose Namen wie Klangspinne, Aeolsharfe oder Klangwiege, auch eine Windgeige und einen Stangenwald gibt es.

Der Name Torhaus leitet sich übrigens von einem tatsächlichen Tor ab. Das 1911 erbaute Gebäude war ehemals das Pförtnerhaus am Eingang zu einem Wildpark, der seit den 1950er Jahren nicht mehr existiert. Heute dient das ehemalige Pförtnerhaus als Restaurant und Hotel. Für viele Ausflügler ist es neben der Sperrmauer des Möhnesees ein beliebtes Etappenziel.

Rechts und links des Hevetals gibt es viele lohnende Wanderwege. Im Norden gibt es mehrere wunderschöne, sehr alte Eichen im Wald: Steigeiche, Präsidenteneiche und Göbeleiche sind drei davon. Hier oben beginnt schon das Naturschutzgebiet und Waldreservat Breitenbruch-Neuhaus, das sich noch bis nach Arnsberg hinunter erstreckt. Es umfasst dabei die Waldflächen rund um Hamelsberg (350m), Scharfenberg (365m), Windstich (387m) und einigen weiteren. Neben den alten Solitäreichen finden sich hier vor allem ausgedehnte Buchenwaldflächen, wie sie ursprünglich typisch für den Arnsberger Wald waren.

Zwischen dem Hevesee und Neuhaus liegt mitten im Wald an der Wilhelmsruh das alte Jagdschloss St. Meinolf, heute als Hotel und Restaurant genutzt. 1891 war der hübsche Fachwerkbau entstanden und 1911 noch einmal ausgebaut worden. In dieser Form zeigt er sich bis heute, beinahe schon verspielt mit seinen Erkern, Dachvorsprüngen und dem hohen Turm. Bis 1911 hatte das Schloss auch noch Wilhelmsruh geheißen, benannt nach dem Besitzer. Heute ist das der Name der Straße. Ab 1911 hieß es dann Conradsruh, wiederum nach dem Besitzer benannt, und erst 1947 erhielt das Schloss den Namen St. Meinolf. Damals diente es als Bildungsstätte der Paderborner Diözese.

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