Hessenaue (Trebur)

Hessenaue ist der jüngste Ort in der Gemeinde Trebur. Hessenaue wurde in den 1930er Jahren neu gegründet. Es heißt, das Dorf wurde in Form eines Hakenkreuzes angelegt, was man bei einer Draufsicht auch nachvollziehen kann. Genauere Untersuchungen zu der Theorie liegen aber noch nicht vor.

Hessenaue liegt von viel Natur umgeben südwestlich des Kernorts Trebur. Rund 1,5km nordöstlich lädt der Oberwiesensee zur Naherholung ein. Er ist einer von fünf Seen an dem Flecken. An der Niersteiner Straße sind die Kiesgruben Seemann mit drei Gewässern. Nördlich vom Oberwiesensee ist der Nordsee. Der Angelverein hat einige der einstigen Kiesabbaugebiete, die mit Wasser vollgelaufen sind, gepachtet. In Hessenaue gibt es sogar einen Wind-Surf-Club.

Westlich an Hessenaue grenzt das Naturschutzgebiet Großer Goldgrund bei Hessenaue an sowie ein Wässerchen, das Kornsand Altrhein heißt und in den Rhein einmündet. Ein Stück den Fluss entlang gen Norden findet sich die Wasseransammlung Lercher Loch.

Ein Stückchen nördlich des Lercher Lochs liegt der NABU Naturbildungshof Ludwigsaue, das einen Naturkindergarten hat. Der Dreiseiterhof Ludwigsaue steht unter Denkmalschutz und man sieht hübsches Fachwerk unter anderem. Alte Obstwiesen, Kleintiere, ein Bauerngarten, sogar Fuchs und Schleiereule sagen sich hier Gute Nacht.

Südlich von Hessenaue und dem Naturschutzgebiet liegt Kornsand. Manchmal kommt es wie eine schallende Ohrfeige, wenn man in einem solch idyllischen Landstrich mit grausamer Gewalt konfrontiert wird, namentlich hier am Gedenkstein des Kornsandverbrechens. Am Wohnplatz Kornsand geht die Rheinfähre Landskrone vor Anker, die in der Verlängerung der L 3094 auf die andere Rheinseite nach Nierstein überführt. Die Fähre in ihre Heimat wollten kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs auch unschuldig verhaftete Menschen aus Nierstein  nutzen, darunter eine Frau, die als Systemgegner der Nazis gegolten hatten, jedoch wieder freigelassen wurden. In Kornsand befahl dann ein Wehrmachtsleutnant aus Nierstein, die sechs Menschen seien Kommunisten und dürften nicht übersetzten. Die Unschuldigen wurden, nachdem sie ihre Gräber selbst geschaufelt hatten, durch Genickschuss hingerichtet. Die beteiligten Täter des kaltblütigen Verbrechens kamen mit Gefängnisstrafen davon.