Hennethal

Folgt man von Strinz-Margarethä dem Aubach talabwärts, erreicht man nach drei Kilometern Hennethal. Der Ort liegt an der Mündung des teils engen Fischbachs in den ebenfalls in einem engen Tal fließenden Aubach. Die Gegend ist im Süden und Westen von Wald umgeben, während nach Norden und Osten sich über dem Scheidberg (333m) landwirtschaftliche Flächen erstrecken. Erwähnt wurde Hennethal erstmals 1392.

Wahrscheinlich in dieser Zeit wurde auch die Hennethaler Landwehr angelegt, eine spätmittelalterliche Wallgrabenanlage zur Sicherung einer alten Handelsstraße. Die Hennethaler Landwehr findet sich zwischen den Ortschaften Hennethal und Kettenbach auf der linken Seite des Aubachs. Das erst 2003 entdeckte Graben-Wall-System hat eine Länge von rund 325m und ist etwa 8m breit. Einem Wall von einem guten Meter Höhe sind beidseitig Gräben von bis zu einem halben Meter Tiefe vorgelagert. Auf dem Wall finden sich zudem die Reste ehemaliger Gebückbäume.

Anstelle einer älteren Kapelle wurde im Jahr 1703 Mitten im Ort die evangelische Kirche erbaut. Auf dem Saalbau sitzen Walmdach mit Haubendachreiter. Im Inneren sind neben der Spiegeldecke mit Stuckelementen auch die dreiseitigen Emporen auf Rundstützen und die Kanzel aus der Erbauungszeit erwähnenswert.

Mit der schon 1562 nachgewiesenen Schule gilt Hennethal als einer der ersten Dorfschulstandorte im Taunus. Das letzte Schulgebäude stammt aus dem Jahr 1932 und befindet sich heute in privater Hand ebenso wie einige typische Hofreiten aus dem 18. Jahrhundert in der Aubachstraße.

Die alte Turnhalle am westlichen Ortsrand ist ein eingeschossiges Fachwerkgebäude von 1927-28. Sie besticht durch ihren symmetrischen Baukörper über rechteckigem Grundriss und der mittlere Hallentrakt ist nur geringfügig höher als die seitlichen Nebenräume. Auf dem Walmdach sitzt ein kleiner quadratischer Dachturm. Die Halle dient als Beispiel für die neuzeitliche Umsetzung von moderner Nutzung in alter Bausubstanz und Bauweise.

Am Südwestrand von Hennethal liegt die Obermühle am Aubach. Die Obermühle wurde im 19. Jahrhundert neu errichtet und diente als Öl- und Getreidemühle. Das Wohnhaus, das direkt auf dem Mühlgraben steht, ist aus Backstein gemauert und besitzt eine Wetterfahne von 1892. Der Torbau ist in Fachwerk gehalten. Als weitere Gebäude ergänzen den Komplex das Backhaus, ein Gewölbekeller, die Fachwerkscheune und ehemalige Stallungen mit hölzernem Laubengang.

Im Norden von Hennethal befindet sich das 46ha große Naturschutzgebiet Scheiderwald. Dabei handelt es sich um ein tief eingeschnittenes Durchbruchstal des Aubachs. Seine Hanglagen sind von zahlreichen steilen Felsen geprägt, die die Auen und den Bachlauf teils extrem einengen. Das Naturschutzgebiet zeichnet sich durch einen besonderen Artenreichtum von Buchen- und Eichenwäldern an den Hängen des Aubachs aus. Auch eine Vielzahl von unterschiedlichen Wiesen- und Staudenpflanzen kommt hier vor.