Heckenbacher Ländchen

Die Ortsgemeinde Heckenbach mit den Ortsteilen Blasweiler, Beilstein, Niederheckenbach, Oberheckenbach, Cassel, Fronrath, Frankenau und Watzel liegt zwischen Kempenich und Kesseling im Südosten des Ahrgebirges. Das Heckenbacher Ländchen ist geprägt von Natur. Hier leben acht Menschen auf einem Quadratkilometer. Zum Vergleich: In Sibirien und Kanada leben rund vier Menschen auf einem Quadratkilometer und in Berlin sind es 3.800.

Das Gebiet der heutigen Ortsgemeinde Heckenbach wurde 1938 durch die Nationalsozialisten zwangsgeräumt für den Luftwaffenübungsplatz Ahrbrück. 400 Familien mussten ihre Heimat verlassen. Die Piloten schossen die Ortschaften krümelklein, machten aber wohl hin und wieder Halt vor den historischen sakralen Gebäuden. Der Übungsplatz bestand bis 1940. Insgesamt begruben die Luftwaffenübungen zwölf Dörfer unter sich. Erst ab 1950 erfolgte eine erneute Besiedelung des Gebiets und es kamen Menschen, die aus dem Ermland in Ostpreußen vertrieben worden waren.

Südöstlich von Blasweiler entspringt der Kesselinger Bach, ein 14km langer Fluss, der in Ahrbrück in die Ahr mündet. In Blasweiler aus dem Ende des 13. Jahrhunderts erhalten geblieben ist die katholische Kirche St. Margaretha. Der dreiachsige verputzte Bruchsteinbau erhielt im 18. Jahrhundert eine Sakristei und der Chor entstammt der Spätgotik. 1940 wurde die Kirche der Wehrmacht übergeben und durch diese als Kleiderkammer zweckentfremdet.

Die Weite mit Wäldern und Wiesen genießen die Pferde der Appaloosa und Quarterhorse Ranch in Cassel. Die Appaloosa-Pferde sind bei Western-Reitern sehr beliebt und tummeln sich zu 80 bis 120 Stück auf den Wiesen rund um den kleinen Heckenbacher Ortsteil Cassel. Der Ort liegt nahe des Fernmeldeturms Schöneberg auf dem gleichnamigen Schöneberg (674m) südlich von Cassel.

In Niederheckenbach hat sich die katholische Kirche St. Pankratius und Margarita erhalten. Die Kirche mit dem markanten Westturm mit Portal wurde 1828-29 errichtet. Eine erste Kirche wurde bereits im 14. Jahrhundert erwähnt. Der jetzige Saalbau entspricht dem Stil des Spätbarock und ist von einem Friedhof umgeben.

Oberheckenbach nennt die St. Michael Kapelle sein Eigen. Die Kapelle wurde im 18. Jahrhundert aus Bruchsteinen gebaut und verputzt. Sie ist mit einem kleinen Dachreiter und geschweifter Haube geziert.

Oberhalb von Beilstein erstreckt sich eines der wenigen erhaltenen Wacholdergebiete der Eifel, die Wacholderheiden am Wiwelsberg. Diese kann man auf dem Wacholderweg erkunden, der 2001 eröffnet wurde und von Niederheckenbach aus durch die Wacholderheide führt.