Hagen-Wehringhausen

Wehringhausen ist seit 1876 ein Stadtteil von Hagen. Bekannt ist der Ort u.a. durch die 1887 hier gegründete Accumulatoren Fabrik AG, die spätere VARTA, ein Synonym für Batterien made in Germany. Im Zentrum von Wehringhausen steht die katholische Pfarrkirche St. Michael, die 1898 und 1915 in zwei Bauabschnitten errichtet wurde.

Direkt gegenüber der Michaelskirche steht das überregional bekannte Kulturzentrum Pelmke. 1987 wurde das Kulturzentrum in den Räumlichkeiten der ehemaligen Pelmkeschule eröffnet und bietet seitdem ein vielfältiges Kulturprogramm mit Livemusik, Programmkino, Theater und einem Café, das als Szenetreffpunkt gilt.

Ein sehenswertes Gebäude ist die Villa Post, heute Sitz der Volkshochschule Hagen. Die Villa Post wurde 1892 im spätklassizistischen Stil erbaut. Direkt neben dem wasserbetriebenen Hammerwerk der Familie Post an der Ennepe entstand so einer der schönsten historischen Villenbauten Hagens: ein kubischer zweigeschossiger Backsteinbau mit Werksteingliederung und pfannengedecktem Walmdach.

Folgt man der Wehringhauser Straße in südliche Richtung kommt man zum Bodelschwinghplatz. Hier steht der sieben Meter hohe Drei-Kaiser-Brunnen, der 1897 nach Plänen des Bildhauers Emil Cauer errichtet wurde. Der Obelisk aus rot poliertem Granit zweigt an drei Seiten die Portraits der drei deutschen Kaiser Friedrich III., Wilhelm I. und Wilhelm II. Auf der vierten trägt der Drei-Kaiser-Brunnen das Hagener Stadtwappen.

Schon jenseits der Ennepe liegt die Cuno-Siedlung. Auf Anregung des damaligen Hagener Oberbürgermeisters Willi Cuno entstanden hier 1926-27 neun Gebäude mit 121 Wohnungen im Stil des Neuen Bauens. Bei sparsamster Technik und hoher Bebauungsdichte gelang dem Architekten Ewald Figge eine unverwechselbare Formensprache. Die Toreinfahrten und das hügelige Gelände geben dem Siedlungsblock einen burgähnlichen Charakter, er ist allerdings fächerartig mit offenen Seiten angelegt.

Direkt am Hagener Stadtgarten findet sich eines der wichtigsten erhaltenen Gebäude des sogenannten Hagener Impulses, einer Phase, in der sich Hagen zum Vorreiter des modernen Bauens und des Jugenstils machte. Die Villa Springmann wurde von Henry van de Welde, Mitbegründer des Deutschen Werkbundes, nach dem Bau des Hohenhofs realisiert. Die Villa Springmann beeindruckt durch ihren ausgefeilten Grundriss. Über den Haupteingang erreicht man über eine Innentreppe die Halle, an die sich querliegend eine durchgehende Raumfolge von Wintergarten, Wohnzimmer, Musikzimmer und anschließt. Der über zwei Geschosse reichende, halbrund ausladende Wintergarten dominiert die Fassade.

Ebenfalls sehenswert ist der Buschey-Friedhof in Wehringhausen. Der Buschey-Friedhof wurde 1810 angelegt und gemeinsames Eigentum von katholischer, lutherischer und reformierter Kirche. Mit der umlaufenden hohen Mauer und den teilweise beeindruckenden Grabsteinen und Grabanlagen vom Klassizismus bis in die 1920er Jahre zählt der Buschey-Friedhof zu den schönsten in Nordrhein-Westfalen.

Regionaler Bezug:

Hagen Nordrhein-Westfalen Breckerfelder Hochfläche Ennepe-Ruhr-Tal Bergisches Land