Hagen-Holthausen

Südöstlich der Hagener Innenstadt, aber noch vor dem Stadtteil Hohenlimburg, liegt Holthausen eingerahmt von Mastberg (247m) und Raffenberg (237m). Seit der Eingemeindung 1929 ist auch Holthausen ein Stadtteil der Stadt Hagen. Der Ort existiert nachweislich seit 1240, zumindest datiert auf dieses Jahr die erste urkundliche Erwähnung.

Ungefähr in dieser Zeit muss wohl auch die Raffenburg entstanden sein, die ihren Sitz auf der Kuppe des Raffenbergs hatte. Zumindest gibt es in alten Papieren eine Erwähnung der Raffenburg aus dem Jahr 1275. Rund einen Meter stark war die Ringmauer, die eine ovale Fläche von ca. 60x80m umschloss. Ein 12m breiter und bis zu 3m tiefer Graben schützte die Burg zusätzlich auf den leichter zugänglichen Seiten. Funde aus Grabungen, die auf der Raffenburg gemacht wurden, sind heute unter anderem im Museum Schloss Hohenlimburg zu sehen. Außer einigen Mauerresten ist von der Burg heute nicht mehr sehr viel übrig.

Sehr viel älter als die Funde auf dem Raffenberg sind die aus der Blätterhöhle. Sie liegt am Fuß des Weißenstein (189m), einem mehrere hundert Meter langen Kalkfelsen. Erst 2004 rückte die Blätterhöhle ins Blickfeld der Wissenschaft, als hier durch Zufall zahlreiche menschliche Überreste entdeckt wurden. Sie sind über 10.000 Jahre alt und damit der mittleren Steinzeit zuzurechnen. Aber auch Funde aus der Jungsteinzeit wurden hier schon gemacht. Die Archäologen haben gerade erst angefangen, die Höhle und ihre Umgebung detailliert zu untersuchen - es bleibt also spannend.

Wer schon am Weißenstein unterwegs ist, der sich durch mehrere Wanderwege hervorragend als Ausflugsziel eignet, der sollte sich auch die Hünenpforte ansehen. Auch dabei handelt es sich um einen Kalkfelsen, der nur durch das Tal des Holthauser Bachs vom Weißenstein getrennt ist. Seinen Namen hat er durch seine ungewöhnliche Form erhalten. Er sieht nämlich aus wie ein gewaltiges Tor, eben eine Pforte für Hünen. Sehr wahrscheinlich war die Hünenpforte einst tatsächlich ein Eingang, der in eine inzwischen eingestürzte Höhle führte.

Die Kalkbuchenwälder an der Hünenpforte sind als Naturschutzgebiet Mastberg und Weißenstein ausgewiesen und bieten u.a. für Orchideen und Hirschzungenfarn einen wichtigen Lebensraum. Der am Fuße des Weißensteins liegende Barmer Teich ist einer der wenigen verkarsteten Quellteiche in Europa.

Auf der gleichen Bergkuppe wie die Hünenpforte finden sich noch die Überreste einer zweiten mittelalterlichen Burg, der Rücklenburg, die zeitgleich mit der Raffenburg entstanden sein dürfte. Ebenso zeitgleich ist sie vermutlich auch zerstört worden, so dass heute nur noch wenige Wallreste und Andeutungen von ehemaligen Gebäuden zu sehen sind.