Hüttengesäß (Ronneburg)

Der dritte und größte Ort der Gemeinde Ronneburg in der Wetterau ist Hüttengesäß, welches vom Fallbach durchflossen wird. Wie auch Wiedermuß gehörte Hüttengesäß zum Kloster Selbold. Urkundlich festgehalten ist dies 1236, als der Stauferkaisers Friedrich II. die Besitzungen des Klosters unter seinen Schutz stellt. Die Gemeindeverwaltung von Ronneburg hat ihren Sitz in Hüttengesäß.

In der Urkunde mit der Ersterwähnung des Ortes als Huttengesezze wird eine Kapelle erwähnt, die zu einer dem Bartholomäus geweihten Kirche ausgebaut wurde. Die Kapelle sei eine Filiale des Klosters gewesen, ein kleines Haus, mit Wehrturm auf quadratischem Grundriss aus dem 11. Jahrhundert. Jener stemmt noch heute im Grund die Mauern für den Turm der evangelischen Kirche in Hüttengesäß.

In der Westfassade der Kirche sind noch zwei romanische Fensterbögen verbaut. Noch älter ist der Rätselstein. Was das wohl genau ist und wie alt und warum dort, an der Nordostecke der Kirche – auch das ein Rätsel. Herausgefunden hat man, dass der Rätselstein, mit Löwenköpfen und Zacken, aus der Zeit um 100 v. Chr. stammen könnte und von langobardischen Steinmetzen gefertigt wurde.

Als der Ort eine Pfarrei erhielt, wurde die Kapelle zu klein und sie erhielt 6m obendrauf und darin eine zweigeschossige Empore. Das Renaissanceportal hat die Jahreszahl 1597 eingeprägt. Einer freiwillig auferlegten Glockensteuer ist es zu verdanken, dass die Kirche 1685 eine weitere Glocke erhielt. Andere Zeiten – heute braucht es meist Fördervereine.