Hüsten

Hüsten blickt auf eine ausgesprochen lange Geschichte zurück, bereits 802 findet sich die erste Erwähnung des Ortes in einer Werdener Urkunde. In jüngerer Zeit ist Hüsten zusammen mit dem Nachbarn Neheim als Neheim-Hüsten bekannt. 1941-75 bildeten die beiden Orte zusammen eine Stadt. Diese wurde 1975 nach Arnsberg eingemeindet. Hüsten liegt von Arnsberg aus gesehen ruhrabwärts direkt am Fluss.

Hüsten bildete eine der Stammpfarreien der Region, worauf auch das Alter der Pfarrkirche St. Petri hindeutet. Aus dem 12. Jahrhundert stammt deren niedriger romanischer Westturm mit der hohen Haube. Um 1150 muss die Kirche entstanden sein, zu der der Turm gehörte, als Ersatz für einen hölzernen Vorgängerbau. Im 19. Jahrhundert war die typische romanische Pfeilerbasilika zu klein geworden für die wachsende Gemeinde. Gerade mal ein Drittel der Gemeindeglieder fand darin Platz. 1861 wurde daher mit dem Neubau des Kirchenschiffs begonnen, nach Plänen von Vincenz Statz, einem Zwirner-Schüler. Die entstandene neugotische Hallenkirche ist ein unverputzter Bruchsteinbau. Die Innenausstattung stammt zum größten Teil aus dem Erbauungszeitraum. Nur wenige Stücke wurden aus der älteren Kirche übernommen, so etwa der Taufstein aus Marmor mit der angedeuteten Muschelform.

Direkt bei der Kirche ist das alte Haus Hüsten zu finden, dessen Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurück reichen. Damals war es der Mittelpunkt einer rund 64ha großen Besitzung. 1289 hatten die Grafen vorn Arnsberg Haus Hüsten von den Herren von Ardey gekauft und als Lehen an ihre Gefolgsleute vergeben. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts wurde Haus Hüsten zum Rittersitz. Nach zahlreichen Besitzerwechseln kam der eingeschossige Bruchsteinbau mit dem schlichten Walmdach 1979 in den Besitz der Schützenbruderschaft Hüsten, die es heute als Museum nutzt. Die ältesten Teile des Sandsteingebäudes datieren auf die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Seit über 1100 Jahren gibt es eine der bekanntesten und besucherstärksten Veranstaltungen im weiten Umkreis: die Hüstener Kirmes auf den Ruhrwiesen und der Riggenweide. Jedes Jahr, jeweils von Freitag bis Dienstag um das zweite September-Wochenende, steht Hüsten Kopf. Die Hüstener behaupten gar, dass es sich dabei um das größte Volksfest des Sauerlandes handelt. Die Hauptattraktion am Montag ist die traditionelle Tierschau mit Rahmenprogramm und Krammarkt: Fleischrinder, Milchkühe, Pferde, Schweine sowie Kleintiere und Rassegeflügel aus den Zuchten der Region werden auf der Tierschau vorgeführt, bewertet und ausgezeichnet. Sonntags gibt es einen Jazz-Frühschoppen, und traditioneller Abschluss ist ein spektakuläres Feuerwerk am Dienstagabend.

Deutlich kleiner, aber trotzdem nicht unspannend, ist der internationale Sauerländer Käsemarkt, der immer am Wochenende zwei Wochen vor Ostern in Hüsten stattfindet. Zum Hüstener Käsemarkt werden Käsespezialitäten von bäuerlichen Käsereien, die ihre Produkte überwiegend direkt vermarkten, angeboten.

Legt man beim Käsemarkt zu viele Pfunde zu oder braucht man eine Abkühlung nach einer langen Wanderung, dann führt der Weg in das Hüstener Freizeitbad NASS. Im Sommer kann man draußen seine Bahnen ziehen, im Natursolebecken planschen oder sich am großen Teich textilfrei bräunen. Drinnen warten ein Sportbecken, Spielbecken und eine riesige Saunalandschaft auf Besucher. Rasant hinab geht es auf der 80m langen Röhrenrutsche im Erlebnisbad.