Großen-Buseck

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Großen-Buseck ist Verwaltungssitz der Gemeinde Buseck östlich von Gießen. Und die Gemeindeverwaltung residiert seit 1981 in einem richtigen Schloss. Das ehemalige Wasserschloss wurde bereits 1458 erstmalig erwähnt, schätzungsweise aber hundert Jahre früher erbaut. Das Busecker Schloss besteht aus zwei dreigeschossigen Bauten, die an der Süd- und Westseite zusammenlaufen. Der Westflügel erst im 16. Jahrhundert auf den Mauern des Turms aus dem 14. Jahrhundert erbaut.

Der Südflügel des Busecker Schlosses entstand 1754 in der Formensprache des Barock. Aus derselben Zeit stammt auch die Brücke, die zu früheren Zeiten noch über einen Wassergraben führte. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Südflügel modernisiert und dabei stärker an den neugotischen Stil angepasst.

Zum Busecker Schloss gehört auch ein südwestlich gelegenes Hofgut, welches durch die vorhandenen Wirtschaftsgebäude – die Remise – noch gut zu erkennen ist. Crafft Adam von Buseck erbaute 1677 die Zehntscheune, welche bis heute nahezu authentisch erhalten ist. Die Aufmerksamkeit der Zehntscheune sollte sich v. a. die einmalige Dachkonstruktion aus Holz beziehen.

Der etwa im Jahre 1860 angelegte Schlosspark des Busecker Schlosses galt in der Vergangenheit als Freisitz oder Rosenlaube. Auch ein Brunnen mit Wasserspiel war dort in früheren Zeiten zu finden. Der Garten wurde damals im englischen Stil angelegt. Der Busecker Verein Freundeskreis Schlosspark setzt sich dafür ein, den Schlosspark als Englischen Garten aufzubauen. Heute ist vom ehemaligen Schlosspark nur noch ein kleiner Teich, alte Bäume, eine besondere Brücke und der Eiskeller übrig.

Auf dem Gelände des Busecker Schlosses wurde 1999-2001 das Kulturzentrum Schlosspark errichtet, das als Bürgerhaus dient und für viele Veranstaltungen genutzt wird. Im Foyer des Kulturzentrums stößt man auf Ausgrabungsfunde sowie eine Dokumentation der Schlossgeschichte und insbesondere mittelalterlichen Wohntürme, aus denen das Busecker Schloss hervorging.

Seit 2007 findet an einem Wochenende im Mai nachmittags das Frühlingsfest im Busecker Schlosspark statt, das durch den Verein Freundeskreis Busecker Schlosspark initiiert wird. Verschiedene Musikstile, wie beispielsweise Jazz- und Drehorgelmusik laden zu diesem Fest ein. Auch für die kleinen Gäste ist durch ein Kindertheater für Unterhaltung gesorgt. Kaffee und Kuchen sorgen für das leibliche Wohl der Gäste.

Nördlich von Schloss Buseck erhebt sich ein bewaldeter Hügel, auf dem in privater Initiative des Freizeitanlagenvereins rund um Heinrich Kimmel 2001 ein Aussichtsturm entstand. Von Kimmels Rentnerturm hat man einen schönen Blick auf Großen-Buseck.

Ein weiterer Blickfang in Großen-Buseck ist das Thal’sche Rathaus, ein Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert, das als Gerichtsgebäude erbaut wurde. Später wurde es als Schulgebäude genutzt und heute ist es das Großen Busecker Rathaus. Es befindet sich auf dem Anger, einem rechteckigen Platz und wird von der Ortskirche begrenzt.

Östlich des Thal’schen Rathauses befindet sich die ehemalige Synagoge. Die frühere Synagoge in Großen Buseck wurde als Wohnhaus mit integrierter Scheune von der jüdischen Gemeinde 1844 erworben. 1846 wurde sie eingeweiht. Bereits um 1400 lebten Juden in Großen Buseck, was der Gemeinde 1778 den Namen „Klein Palästina“ einbrachte. 1938 wurde die Synagoge durch SA-Funktionäre komplett zerstört. 1939 lebten nur noch vier Menschen jüdischer Herkunft in Großen Buseck. Sie wurden deportiert und in Konzentrationslagern ermordet. Ein Gedenkstein erinnert seit 1983 an die ehemalige jüdische Bevölkerung. Das Gebäude wird heute zum Teil als Wohnhaus genutzt.

Der jüdische Friedhof wird über einen Feldweg, an der Abzweigung der Landstraße L 3128 erreicht. Er wurde etwa Mitte des 18.Jahrhunderts zwischen Alten und Großen Buseck angelegt. Zunächst wurde das Friedhofsgelände durch die Gemeinde Großen Buseck an die jüdische Gemeinde verpachtet und 1920 an diese verkauft. Auf dem jüdischen Friedhof befinden sich noch einige Gräber, deren Grabsteine jedoch teilweise stark verfallen sind.