Fulda-Neuenberg

Fuldas Stadtteil Neuenberg schmiegt sich direkt an die Fulda und befindet sich südwestlich des Stadtkerns. Noch ein Stückchen weiter entsteht derzeit ein neues Wohngebiet, die Fulda Galerie. Wo sich jetzt unter anderem Familien ansiedeln, landeten früher Hubschrauber des Airtroop 11th ACR der US-Streitkräfte. Nicht fliegen sondern gehen: Vom Dom in Fulda aus geht es fußläufig rund 15 Minuten durch das Naherholungsgebiet der Fulda-Aue nach Neuenberg. Durch den Auepark erreicht man dann die Propsteikirche St. Andreas. Weiter südlich finden sich die beiden Aue-Weiher.

1994 fand die erste Hessische Landesgartenschau in Fulda statt und entsprechend dieses Anlasses wurde die Fulda-Aue renaturiert. Eine fantastische Stadtoase mit Angeboten für alle Menschen, die Erholung in der Natur zu schätzen wissen. Auch sportlich Aktive können sich in dieser Landschaft austoben, ob beim Inlaneskaten, Kanu- oder Radfahren, oder etwas gemütlicher im Biergarten oder auf dem Barfußpfad.

Wasser, Wasser, Wasser – und wenn es mal regnet, geht man ganz in der Nähe ins Feuerwehrmuseum, Spritzenwagen gucken. Das Deutsche Feuerwehrmuseum, 1988 als Neubau in der Fulda-Aue entstanden, bietet auf einer Fläche von 1.600qm Einblicke in die Brandbekämpfung mehrerer Jahrhunderte und liefert somit darüber hinaus auch Impressionen über die Zeiten, aus denen die Exponate stammen. Von einer barocken Handdruckspritze aus dem Jahre 1751, über Ledereimer und einer pferdegezogenen Drehleiter bis hin zu Fahrzeugen des 20. Jahrhunderts. Da bleibt kein Feuerwehrmannauge trocken!

Blickfänger auf der Westseite der Fulda in Neuenberg ist die Propsteikirche St. Andreas ganz im Norden des Stadtteils. Die Propstei entstand aus dem Kloster Neuenberg und gehörte dem Orden der Benediktiner an. 1023 wurde es durch den Fuldaer Abt Richard von Amorbach gegründet. Kurze Zeit später entstand die dörfliche Ansiedlung Neuenberg.

1525 wurde das Kloster durch den Bauernkrieg verwüstet, die Kirche jedoch überstand diese Zeit. Die zugehörige gotische Johanneskapelle ist aus dem Jahr 1480. Im 17. Jahrhundert wurde die St. Andreas Kirche im damaligen barocken Stil gestaltet. St. Andreas ist auch für ihre modernen sakralen Kunstwerke bekannt.

Ziemlich einmalig ist die ottonische Krypta, 1953 bei Sicherungsarbeiten der Kirche entdeckt, die im Originalzustand erhalten geblieben ist. Aus kunsthistorischer und architektonischer Sicht ist sie eine Art Augenstern. Der geschlossene und ausgemalte Sakralraum aus der ottonischen Zeit liefert einen tiefen Einblick in den vorromanischen Stil. Die Zeit der Ottonen beginnt mit Heinrich I. der aus dem Geschlecht der Sachsen 919 erstmalig die Herrschaft über das karolingische Ostfrankenreich erlangte. 1024 endete die Epoche. Ein kleines Zeitfenster für Kunst und Architektur, zwischen Spätantike und Romanik. Die Krypta ist seit 2006, nach 15jähriger Restaurierung wieder zugänglich und für Architekturinteressierte unbedingt zu empfehlen.