Frankfurt-Sindlingen

Der Frankfurter Stadtteil Sindlingen schließt sich mainabwärts direkt an Höchst an. Daher wundert es nicht, dass die Farbenwerke auch in Sindlingen Spuren hinterlassen haben. Die markanteste ist sicherlich die Villa Meister an einer Anhöhe am Main mit dem angrenzendem Meisterpark.

1902 ließ der Hoechst-Vorstand Herbert von Meister den Grundstein für das Palais legen. Die Villa Meister erhielt eine Orangerie, Stallungen, ein Kutscher- und ein Gärtnerhaus sowie eine Reitbahn. Heute wird die Villa Meister als Rehabilitationszentrum genutzt. Der Meistergarten mit der Kastanienallee ist offen zugänglich.

Die evangelische Kirche in Sindlingen ist noch eher jung und wurde 1907 eingeweiht. Älter ist die katholische St. Dionysius Kirche, die an der Stelle eines Vorgängerbaus zwischen 1823 und 1827 entstand. Die klassizistische dreischiffige Hallenkirche besticht im Inneren letztlich auch durch die goldene Halbkuppel mit einer Dreifaltigkeitsdarstellung über dem Hochaltar.

Augenfällig in Sindlingen ist die Werksbrücke West. Die Schrägseilbrücke ist eine private Straßen- und Eisenbahnbrücke und wurde von der Hoechst AG 1972 über den Main gespannt. Werksverkehr und der Bahnverkehr zwischen dem Nord- und Südwerk passiert hier den Fluss. Eine für Motorgeräte gesperrter Zugang führt in den Ortskern und zum Tor Süd sowie ins Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne, einer Binnendüne im Westen von Frankfurt-Schwanheim.

Nördlich der Eisenbahnlinie erstreckt sich das neue Sindlingen. Der Siedlungsbau begann 1920 zunächst im neu-klassizistischen Stil und nahm etliche Jahre später stellenweise die Hochhauskultur an. Wie eine Art Schlüsselring versucht das Halbrund des Richard-Weidlich-Platzes mit dem Entenbrunnen, die Siedlungsstraßen zusammenzufassen. Ein auffälliges Gebäude nördlich davon ist das Haus Sindlingen, welches unterschiedliche Nutzungen erfahren hat. Die bekannteste war die Verhandlung 1974 gegen Mitglieder der RAF.