Flößerpfad Kinzigtal


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 34 km
Gehzeit o. Pause: 8 Std. 20 Min.
Höhenmeter ca. ↑804m  ↓1064m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Der Flößerpfad durch das Kinzigtal im Schwarzwald wird in zwei Etappen vorgeschlagen. Der Flößerpfad führt von Loßburg in südwestliche Richtung, folgt dem Lauf der Kinzig über 34km, es geht durch Alpirsbach, Schenkenzell und Schiltach nach Wolfach. Etwa die Hälfte der Langstrecke ist in Schenkenzell erreicht.

Insgesamt führt die Strecke stetig abwärts, mit dem Bachlauf der Kinzig, die bei Kehl nach 93km in den Rhein mündet. Wir starten nahe der Kinzig-Quelle bei Loßburg. 34 Stationen halten entlang des Flößerpfads zahlreiche Infos parat. Man kann sich einen Audio-Guide dazu holen und Geo-Caching betreiben.

Ausgangsort ist an der Bahn bei Loßburg-Rodt. Loßburg ist ein Luftkurort, zugehörig zum Landkreis Freudenstadt im Schwarzwald. Gleich zu Beginn der Strecke informiert eine Tafel über Loßburg. Wir biegen von der Bahnhofstraße in die Hauptstraße ein und folgen ihr bis zum Museum, dann geht es nach rechts durch den Weiherweg und kleinere Sträßchen zu Kinzig, die wir nach 1,6km erreichen, nahe dem Freibad.

Weitere Infos erwarten uns zum Quellgebiet, dem Beginn der Flößerei, Waldwirtschaft, Floß und Mühlen. Hier verläuft auch der Breuningerweg. Beim Örtchen Obere Mühle fließt der Lohmühlebach der Kinzig zu. Bisher war die Kinzig links von uns, jetzt wechseln wir die Seite und gehen über das Sträßchen Am Lohmühlebach zur Mittlere Mühle, wo wir erneut das Ufer auf die andere Seite nehmen. Das Sträßchen heißt jetzt Am Katzensteig.

Zwischendrin werden wir informiert über ein Miniwehr, die Geschichte von Ehlenbogen und dem Flößer-Spiel-Berg. Der Huttenbach fließt der Kinzig zu und wir kommen durch den Metzgerbauernhof. Kurz drauf treffen wir auf zwei sich gegenüberliegende Teiche. Wir kommen an fünf weiteren Bauernhöfen bis Alpirsbach vorbei. Ab da geht es dann mit den Infotafeln munter weiter.

Alpirsbach ist einen Aufenthalt wert, mit Kurpark und Museen nahe der Klosterkirche. Wir teilen uns auf, die Liebste besucht das einstige Kloster Alpirsbach mit Wurzeln im 11. Jahrhundert, schaut sich Romanik und Gotik an und ich lösche erstmal klösterlich den Durst beim Alpirsbacher Klosterbräu.

Über die Krähenbadstraße verlassen wir den geschichtsträchtigen Ort, lesen Tafeln über das Kinzigtal früher, die Schifferei und was so los war auf den Flößen – mit Ladung und Leuten. Das geht so bis Schenkenzell. Nach Alpirsbach hatten wir bereits 12km auf der Uhr und nun sind es dort wo die Kleine Kinzig in die Kinzig mündet rund 17,6km. Schenkenzell gehört zum Landkreis Rottweil. Übrigens folgen wir nicht allein der Kinzig, Bahn und Bundesstraße machen das auch.

Südlich von Schenkenzell in einem Kinzigbogen kommen wir an der Ruine der Schenkenburg vorbei. Über das Sträßchen Untere Halde gehen wir nach Schiltach. Hier ist es so hübsch mit vier Museen, dem Marktplatz und der Stadtkirche, dass wir spontan verweilen und erst morgen weitergehen werden. Die Tafel informiert über Schiltach, Stadt des Fachwerks, der Flößer und Gerber. 22km für heute, das reicht.

Der Weg führt weiter entlang der Kinzig über die Straße Von Heubach bis nach Vor Heubach, dann auf einem Weg weiter. Das Sulzbächle mündet ein, wenn wir auf die Schiltacher Straße einbiegen. Wir umrunden mit der Kinzig das Örtchen Schmelze und überqueren bei einem Campingplatz die Schiltacher Straße (B 294) sowie die Kinzig und gehen durch Halbmeil.

Bis nach Wolfach sind es noch rund 4km und wir erfahren auf diesem Abschnitt einiges übers Holz flößen. Wolfach gehört zum Ortenaukreis, mit dem Flößerpfad haben wir auch drei Landkreise kennengelernt. Die Wolfacher Flößerei erlebte Blütezeiten im 15. und 16. Jahrhundert sowie nochmal im 18. England und Niederlande bekamen Holzhunger, weil sie ihre Flotten aufbauten, für Handel und Krieg. Als die Eisenbahn kam, wurde die Flößerei 1896 aufgegeben. Mit der Eisenbahn fahren wir zurück.

Bildnachweis: Von Marion Schneider & Christoph Aistleitner [Public domain], via Wikimedia Commons

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