Felsenmeer - Grieshammer Ruhe - Ohlyturm: Rundwanderung bei Lautertal


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 38 Min.
Höhenmeter ca. ↑413m  ↓413m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Felsenmeere zu durchqueren erfordert gutes Schuhwerk, solches, das Halt genug bietet, dass man nicht so leicht umknicken möge. Unsere Felsenmeerquerung zwischen Felsberg (514m) und Reichenbach muss nicht so steinig werden, da wir es nicht in der Diagonale durchstolpern, sondern dreimal auf kurzen Stücken kreuzen: an der Riesensäule, einer Schutzhütte und bei der Siegfrieds-Quelle.

Das Felsenmeer (Parkplatzgebühr, aber freier Eintritt) bei Reichenbach im Odenwald ist sehr beliebt. Da wird munter geklettert, jeder wie er kann und wer nicht mag, nimmt Wege drumherum. Reichenbach ist der Hauptort der Gemeinde Lautertal und von dort kommen wir mit Start beim Infozentrum Felsenmeer, wo uns der Riese Maximus begrüßt.

Das Felsenmeer in Lautertal besteht aus Hornblende-Biotit-Diorit, das sagt uns jetzt erstmal gar nichts. Steinmetze nannten das den Felsberg-Granit, der nicht mehr hier abgebaut wird, sondern zum Abenteuer lädt. Schon die Römer nutzten die Steine. Einst sollen zwei Riesen hier gezankt haben, der Felshocker auf dem Felsberg und der Steinbeißer auf dem Hohenstein. Sie warfen mit Steinen und so … Ob sich die Römer dazu auch schon was dachten, weiß man nicht, aber man sieht im Felsenmeer einige ihrer Werkplätze, an denen sie Spuren hinterließen.

Bei der Siegfrieds-Quelle öffnet sich die Runde, gegen den Uhrzeigersinn. Durch Wald geht’s bergauf mit dem Unteren Felsenmeerweg. Von dem biegen wir eng nach links ab zur Seegerhütte und am „Sessel“ vorbei. Bei einer weiteren Schutzhütte queren wir das zweite Mal das Felsenmeer und gelangen zur „Kiste“.

Gen Norden wandernd gelangen wir zur Riesensäule, viel fotografiert, und ein Teil von ihr liegt als Domstein am Trier Dom. Wir queren das Felsenmeer und kommen aufwärts zum Altarstein der Römer bei der Grieshammer Ruhe. Kurz drauf sind wir auf dem Felsberg mit Aussichten, Gastronomie und Ohlyturm.

Der Ohlyturm ist ein aus Granit erbauter 27m hoher Aussichtsturm. Der bergfriedähnliche Turm im Stil des Historismus wurde 1901 anstelle eines Holzturms gebaut und harrt auf Sanierung. Wenn man rauf könnte und wenn die Buchen nicht so hoch wären, könnte man weit ins Nibelungenland schauen, bis zur Skyline in Frankfurt, ja, wenn.

Die nächsten rund 3km sehen wir Grün in verschiedenen Facetten, wandern talwärts und stoßen vor Borstein auf den Vogellehrpfad, der bei der Siegfrieds-Quelle auskommt. Das Felsenmeer liegt übrigens innerhalb des Naturschutzgebiets Felsberg bei Reichenbach, ist ein Geopark und verzeichnet jährlich rund 100.000 Besucher.

Bildnachweis: Von Ludwig Bickel [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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