Emscherdelta-Rundwanderung (Dinslaken)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 35 Min.
Höhenmeter ca. ↑85m  ↓85m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Eppinghoven ist ein Stadtteil von Dinslaken und liegt direkt am Rhein. Seit 1949 mündet die Emscher in Eppinghoven in den Rhein. Die Mündung der Emscher wurde in den letzten Jahren umgestaltet und ist heute unser Wanderziel.

Das Emscherdelta in Dinslaken und Duisburg entstand durch die zweifache Verlegung der Emschermündung gen Norden. Die erste fand 1906 im Bereich von Duisburg-Meiderich statt, um die Abwässer der Region abfließen zu lassen. Von dem natürlichen Arm, der Alten Emscher, wurde ein künstlicher abgezweigt, die Kleine Emscher. Rund 40 Jahre später, aufgrund der Bodensenkungen durch den Bergbau, wurde erneut gewerkelt. Seitdem mündet der Hauptlauf der Emscher in Dinslaken-Eppinghoven in den Rhein.

Aktuell ist der Bau der Neuen Emschermündung im Gange. Das Wasser der Emscher fließt derzeit über ein Absturzbauwerk in den Rhein, so dass beispielsweise Fische nicht in die Emscher zurück können. Das soll geändert werden. Ziel der Maßnahme ist dabei auch, die Neuschaffung einer Retentionsfläche des Rheins. Das werden wir uns alles anschauen.

Start ist zwischen Eppinghoven und dem Hagenviertel von Dinslaken, an der Dinslakener Straße (K17), am Wanderparkplatz beim sogenannten Wohnungswald, durch den wir spazieren werden und zwar mehr oder weniger dicht entlang des Rotbachs, der in den Rhein mündet. Wir kommen am Schützenheim vorbei passieren Gleise sowie den Leitgraben, der aus dem Norden von Dinslaken kommt und auch zum Rhein unterwegs ist.

Nahe dessen Mündung liegt nördlich von uns das stillgelegte Kraftwerk Voerde (Kreis Wesel). Das Steinkohlekraftwerk ging, damals noch ohne Rauchgasreinigungsanlagen, 1971 ans Netz und wurde im März 2017 abgeschaltet. Es soll zurückgebaut werden und die Stadt plant ein Wohngebiet am Rhein.

Wir wandern am DLRG vorbei und dem Rheinufer entlang zur Mündung des Rotbachs. Linkerhand, auf der anderen Seite der Frankfurter Straße, steht das Haus Wohnung (Voerde). Das Wasserschloss mit Herrenhaus, Mühle, Park und Resten des Wassergrabens, geht auf das 14. Jahrhundert zurück, ist im Besitz der Steag, denen zu 75% auch das Kraftwerk gehört, und nicht frei zugänglich.

Jetzt kommen wir zum Aussichtspunkt Emscherdelta und dem Projekt der Neuen Emschermündung. Wenn man bedenkt, wie viele industrielle und private Abwässer einst durch die Kanäle und Bäche des Ruhrgebiets flossen, ist schon viel in Sachen Naturschutz geschehen. So gesehen umfasst Naturschutz den Menschenschutz. Wir treffen die Emscher und queren sie kurz drauf über die Emscherbrücke an der Hagelstraße, die im Juni 2018 eingeweiht wurde.

Es geht durch Eppinghoven mit der katholischen St. Johannes Kirche. Ihr alter Teil stammt aus dem Jahr 1450, zeigt Kreuzgewölbe und Glockenturm. Der neue Teil wurde in den 1930ern angebaut. Am Friedhof Eppinghoven vorbei sowie nochmal den Rotbach grüßend, sind wir kurz drauf wieder am Auto.

Bildnachweis: Von NatiSythen [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

Vgwort