Dautphe

Ganz im Nordwesten des Dautphetals im Übergang zum Breidenbacher Grund liegt Dautphe, der größte Ortsteil und Verwaltungssitz der Gemeinde Dautphetal. Beretis 791 erstmals als Dudafhero erwähnt, hat sich der Ortsname über die Jahrhunderte hinweg mehrfach geändert. Erst seit 1711 ist die offizielle Schreibweise Dautphe, was im Hinterländer Dialekt allerdings wie Dauroff klingt.

Das wichtigste Bauwerk in Dautphe ist zweifelsfrei die evangelische Martinskirche. Sie soll um das Jahr 1070 errichtet worden sein und zählt zu den schönsten romanischen Baudenkmälern im Kreis Marburg-Biedenkopf. Aus dieser Zeit dürfte auch noch der alte Taufstein stammen, der seit 2003 im Wendelstein steht.

Der Wendelstein ist ein Raum fast ohne Fenster, der in einer Vertikalfuge des späteren Westanbaus der Zuflucht vor Angreifern diente. Die zwei Meter dicken Wänder des Wendelsteins hatten aber wohl auch einen statischen Grund, sollte doch darauf ein Wehrturm errichtet werden. Es wurde allerdings nur ein Chorturm. Die Gründe dafür liegen im 13. Jahrhundert und sind nicht überliefert.

Die traditionelle Dautpher Tracht ist neben anderen Zeugen Dautpher Heimatgeschichte in dem kleinen Museum Backes Stibbcher zu sehen. Die Exponate sind eingebunden in die Darstellung einer typisch kleinbürgerlichen Drei-Zimmer-Wohnung aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Wie oft bei kleinen Museen sollte wird die Ausstellung nur nach vorheriger Vereinbarung geöffnet.