Düsseldorf-Pempelfort

Nördlich an Zentrum und Altstadt von Düsseldorf schließt sich der Stadtteil Pempelfort an. Hier setzt sich der Hofgarten als zentraler Park von Düsseldorf fort. Am Übergang der Stadtteile steht das Ratinger Tor, ein 1811-15 im Stil des Klassiszismus errichtetes Zolltor. Die fast quadratischen Torbauten mit Dreiecksgiebel erinnern durch ihre Säulen an antike Tempel.

Hält man sich vom Ratinger Tor aus durch die Maximilian-Weyhe-Allee ostwärts, kommt man zum Schloss Jägerhof. Auftraggeber für den 1752-63 entstandenen Bau war Kurfürst Karl Theodor. Er ließ das Lustschloss im Stil des Rokoko ausführen. Um 1900 hatte Schloss Jägerhof noch zwei Seitenflügel, die 1910 abgerissen wurden. Seit den 1950er Jahren wird Schloss Jägerhof als Museum genutzt. 1987 zog hier das Goethe-Museum ein, das eine der wichtigsten Goethe-Sammlungen des Landes zeigt.

Nur ein paar Hausnummern weiter vom Schloss Jägerhof steht das Malkasten-Haus als Gesellschaftshaus des Künstlervereins Malkasten. Bereits im 18. Jahrhundert gastierten hier auf Einladung des damaligen Hausherren Friedrich Heinrich Jacobi Dichter und Denker der Zeit wie Goethe, Herder, Humboldt und Klopstock. 1861 kaufte dann der Düsseldorfer Künstlerverein Malkasten das Anwesen und hat hier bis heute seinen Sitz. Hinter dem Malkasten-Haus erstreckt sich auf 3ha der Malkasten-Park. Ein historischer Flecken, für den man allerdings Eintritt zahlen muss.

An der Jägerhofstraße, die den Hofgarten mit Schloss Jägerhof verbindet, steht das Hofgärtnerhaus. Das Hofgärtnerhaus wurde 1769-70 im Stil des Barock als Dienstwohnsitz des Hofgärtners erbaut. Im Hofgärtnerhaus wohnte im 19. Jahrhundert der bekannte Gartenbaumeister Maximilian Friedrich Weyhe, der in Düsseldorf 25 Gartenanlagen gestaltete, darunter auch den Hofgarten, den Schlosspark Eller und den Park von Schloss Benrath. Seit 1988 hat das Theatermuseum Düsseldorf mit einem Archiv, Fotos, Plakaten, Theaterutensilien, Textbücher und vielem mehr seinen Sitz im Hofgärtnerhaus.

Nördlich von Hofgarten und Schloss Jägerhof liegt der Rochusmarkt. Hier steht die 1897 erbaute katholische Pfarrkirche St. Rochus. Nach der Zerbombung im Zweiten Weltkrieg stand sie in Trümmern und man baute die Rochuskirche nicht wieder auf. Lediglich den Turm setzte man wieder mit verkürztem Helm Stein auf Stein. Die neue Rochuskirche entstand bis 1954, hat einen etwas bunkerhaften Eingang, unten Rautenziegel und oben eine kupferne Kuppel, die aufgrund der Plattenverlegung an einen Bienenkorb oder eine Handgranate erinnert.

Folgt man der Prinz-Georg-Straße in nördliche Richtung, stößt man auf die katholische Heilig-Geist-Kirche von 1911 mit neuromanischer Doppelturmfassade. Geht man weiter, trifft man auf die Moltkestraße. Hier befindet sich ein besonderes Hallenbad: die Münster-Therme. Das Jugendstilgebäude wurde 1902 eröffnet und trotz Sanierungen, Umbauten und Modernisierungen hat sich der Gründerzeitcharme über die Zeit gerettet.

Läuft man auf der Pfalzstraße nun wieder Richtung Rhein, kommt man zur Kaiserwerther Straße. Hier steht die katholische St. Adolfus Kirche von 1903, die stark an die St. Heribert Kirche in Köln erinnert.

Hält man sich an der Kaiserwerther Straße rechts, kommt man zur Klever Straße, die wiederum auf die Cecilienallee führt. Hier steht das imposante Hauptgebäude des Oberlandesgerichts Düsseldorf, 1910 im Stil des Neobarock errichtet. Im Inneren ist insbesondere der große Wandgemäldezyklus sehenswert. Im Plenarsaal werden Szenen der deutschen Rechtsgeschichte aufgegriffen wie das Gottesgericht sowie Gerechtigkeit und Feme.

Nachbar des Oberlandesgerichts ist die Bezirksregierung Düsseldorf. Der auf 115m gestreckte neubarocke Bau entstand 1911. Das viergeschossige Gebäude macht einen schlossartigen Eindruck. Es hat sechs Gebäudeflügel und drei Binnenhöfe. Seitlich ist das Palais angedockt, der ehemalige Wohnsitz des Regierungspräsidenten, das Präsidentenschlösschen bezeichnet wird, und Anlässen wie Empfängen dient.

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