Schloss Benrath

Im Düsseldorfer Stadtteil Benrath steht eine Perle des Barock. Schloss Benrath, eingebettet in eine großzügige Parkanlage, ist ein Augenschmaus, um den sich eine heute eine Stiftung kümmert. Schloss Benrath gilt als wichtigstes Bauwerk Düsseldorfs.

Bauherr von Schloss Benrath war Karl Theodor von der Pfalz, der seinerzeit in Personalunion Kurfürst von der Pfalz, Kurfürst von Bayern und Herzog des Bergischen Lands war. Der eigentlich im Süddeutschen residierende Karl Theodor beauftragte seinen in Paris ausgebildeten Baumeister Nicolas de Pigage 1755 mit der Errichtung eines neuen Lustschlosses.

Bis 1773 ließ Pigage bauen, dann war Schloss Benrath fertig. In zartem Rosa mit strahlend weißen Zierelementen, Schlagläden und Figurenschmuck erstrahlt das auf einer Fläche von 42m x 27m erbaute Schloss im Glanz und der Spiegelung des Schlossweihers. Das Schlossensemble besteht aus fünf Gebäuden, die sich zueinander symmetrisch um den Weiher anordnen.

Das Hauptgebäude, der neunachsige Corps de Logis, mit dem Kuppelsaal und den Wohnräumen des Kurfürsten, kann man bei Führungen besichtigen. Die Räumlichkeiten des Kurfürsten und seiner Gattin wurden spiegelbildlich angeordnet. Einzelne Räume des Schlosses können auch für Feierlichkeiten angemietet werden. Im Keller des Schlosses sind in einem Lapidarium die Steinfiguren sicher aufgehoben, die dort vor den Witterungseinflüssen beschützt werden.

Im Westflügel des Schlosses Benrath ist seit 1929 das Museum für Naturkunde untergebracht. Das Naturkundemuseum widmet sich der Tier- und Pflanzenwelt des Niederbergischen Lands. Auf rund 800m² werden Themen wie die Veränderungen des Rheinlaufes über die Jahrhunderte, Rheinfischerei, Moor und Heide, Fauna und Flora der Region, die Gehölze im Schlosspark Benrath oder die Geschichte des Neandertals anschaulich vermittelt.

Im Ostflügel von Schloss Benrath befindet sich das Museum für Europäische Gartenkunst, das 2002 anlässlich der EUROGA eröffnet wurde. Es zeigt Skulpturen und Plastiken, Gemälde und Grafiken, Porzellan sowie Medien-Themenwelten der Gartenkunst von der Antike über die italienische Renaissance, über die barocken repräsentativen Gärten bis zu den Gestaltungen der Nachbarn in England und Frankreich.

Der Französische Garten am Schloss Benrath war der Privatgarten von Kurfürstin Elisabeth Auguste und wurde mit seinen strengen barocken Formen restauriert. Der Garten zeigt sich unter anderem mit einer Kaskade und einem Blumenbeet.

Die Englische Partie ist, man ahnt es, der Privatgarten des Kurfürsten. Der von Pigage geplante Garten wurde von Maximilian Friedrich Weyhe und Peter Joseph Lenné umgestaltet. Aus einem Wasserbecken wurde ein Teich mit naturnahen Formen, einem Brückchen und Uferbepflanzung. Bäume und Stauden folgten und durch immergrüne Bäume hat die Gartenlandschaft auch in den blattlosen Zeiten ihren Reiz.

Vom Schloss Benrath bis hinan an den Rhein zieht sich der große Schlosspark Benrath, der als Jagdgelände angelegt wurde. Die großflächige Parkanlage, die unter Naturschutz steht, gliedert sich in den strengen Linien des Barock. Durch den Park verläuft ein Kanalsystem, das verschiedene Gewässer im Park versorgt. Alle Wasseranlagen am Schloss Benrath werden dabei durch den Itterbach gespeist, der hinter Schloss Benrath in den Rhein abgeleitet wird.

Der Schlosspark wurde als Jagdgelände angelegt und durch ein sternförmiges Wegenetz erschlossen, das an einem zentralen Punkt zusammenläuft. Als Diagonale führen die Böhneklöpperachse und die Jagdachse durch das Grün. Von Nord nach Süd beginnt am Lindenplatz die Lindenplatzallee und geht in die Reitschulallee über, die am Hippodrom auskommt. Zwischen Ost und West, dem langgestreckten Spiegelweiher und dem Trompetenweiher sowie dem Viereckweiher, liegen die Trompetenallee und die Champagnerallee.