Düsseldorf-Garath

Der Düsseldorfer Stadtteil Garath wird westlich von der Urdenbacher Kämpe und im Osten durch den Garather Forst umfasst, der sich in die Gemarkung von Hilden fortsetzt. Garath ist ein Ergebnis vom Reißbrett. Zwischen den 1960er und 1970er Jahren entstand der Stadtteil als geschlossenes Bauprojekt. Wer sich mit Beton-Bauepoche auskennt, kann sich in etwa vorstellen, wie Garath aussieht.

Doch schon vor dem städtebaulichen Großprojekt gab es ein kleines Stück Garath. Bereits im 13. Jahrhundert wurde ein Rittersitz, aus dem sich später das Schloss Garath entwickelte, das in seiner heutigen Form im Wesentlichen zwischen 1890 und 1910 entstand. Man sieht einen repräsentativen Bau mit Risaliten, die mit geschweiften Dächern gedeckt sind. Säulenportale unterstreichen den Vorzeige-Aspekt. Heute nutzen einige Unternehmen das Schloss Garath als Firmensitz.

Bei Schloss Garath münden der Riethrather Bach und der Galkhauser Bach in den Garather Mühlenbach. Den Schlosspark entwarf im 18. Jahrhundert Nicolas de Pigage, der auch Architekt des Benrather Schlosses war. Am Südende des Schlossparks steht die neobarocke Schlosskapelle.

Neben der Schlosskapelle hat Garath weitere sieben Kirchen und Kapellen. Ein Baumeister der Zeit war Gottfried Böhm, dessen Handschrift man vielleicht bereits am Bensberger Rathaus oder dem Nevigeser Wallfahrtsdom kennengelernt hat. Ein markantes Gebäude, das Böhm ersonnen hat, ist die 1968-70 erbaute katholische Pfarrkirche St. Matthäus in Garath. Böhm kombinierte hier runde Formen aus Backstein, mit Sichtbeton-Würfeln, die orange akzentuiert sind.

In direkter Nachbarschaft von St. Matthäus befindet sich die Seniorenwohnanlage St. Hildegardis mit der Hildegardiskapelle. Auch hier war Böhm Ideenstifter, der in Garath aus Sichtbeton eine Art kleinen Bruder der Nevigeser Wallfahrtsdoms bauen ließ.

Ebenfalls auf Sichtbeton setzt die katholische St. Norbert Kirche, die 1966-68 im Norden von Garath erbaut wurde. Fast schon altertümlich im Vergleich zu den katholischen Kirchen kommt da die 1962-65 errichtete evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Kirche daher. Hier hat man den Beton verkleidet tatsächlich sowas wie einen Kirchturm spendiert.