Burgschwalbach

Oberhalb der Einmündung des Palmbachs in die Aar liegt Burgschwalbach im Übergang vom rheinland-pfälzischen Hintertaunus in den hessischen Untertaunus. Wahrzeichen des Ortes ist die Burg Schwalbach, die zu den schönsten Burgen im Taunus zählt. Um die spätmittelalterliche Burg gruppiert sich der malerische Ort, der heute zur Verbandsgemeinde Hahnstätten gehört.

Das älteste Gebäude in Burgschwalbach ist aber nicht die Burg, sondern die evangelische Kirche, die am Fuße der Burg steht. Das Kirchenschiff wurde bereits im 11. Jahrhundert erbaut und macht dem Namen „Schiff“ alle Ehre: Die schräg an die Wände gelehnten Balken sollen wahrscheinlich die Holzplanken eines gewölbten Schiffsrumpfes symbolisieren und sind im Kaufe der Jahrhundert einigermaßen „windschief“ geworden. Der rechteckige Bruchstein-Hallenbau wurde nach 1450 um einen gotischen Chor an der Ostseite erweitert.

Sowohl in der Kirche als auch im Außenbereich finden sich Grabsteine mit lateinischen Inschriften. Das Fischgrätmuster, in dem die Kirche vor tausend Jahren gebaut wurde, ist heute noch an einer Stelle durch Freilassung des Verputzes zu sehen. Besonders zu erwähnen ist auch die frühbarocke Kanzel im Innenraum der Kirche.

Der Kirchturm wurde – zunächst nur von außen zugänglich – im 16. Jahrhundert angebaut. Zuvor läuteten die Glocken zum Kirchgang vom Torturm der etwa um 1380 errichteten Stadtmauer. Dieser Turm wurde allerdings 1824 wegen Einsturzgefahr abgebrochen. Von der früheren Befestigung ist heute nur noch der Mühlenturm in der Schulbergstraße übrig. Auch von dem 1713 erbauten und Ende des 19. Jahrhunderts abgerissenen Schulhaus ist nichts mehr zu sehen. Die Dorfmühle ließ man zu Beginn der 1970er Jahre einebnen, stattdessen entstand der Dorfplatz.

Direkt gegenüber der Kirche Burgschwalbach befindet sich das evangelische Pfarrhaus von 1882. Ein Vorgängerbau wurde 1684 unter Pfarrer Johannes Heymann errichtet. Heymann ist heute noch als Hexenpfarrer bekannt: Er beschuldigte mehrere Burgschwalbacher – sogar seine eigene Tante – der Zauberei und brachte sie auf den Scheiterhaufen.

Ein Hexenhaus findet sich auch heute in Burgschwalbach und zwar oberhalb von Burg Schwalbach im Märchenwald. Der Märchenwald Burgschwalbach wurde 1962 eingerichtet und lockt noch heute rund 20.000 Besucher jährlich ins Palmbachtal. Der große Waldspielplatz hat viele Spielgeräte, Hütten und Sitzmöglichkeiten und ist ganzjährig geöffnet. Eine Miniaturnachbildung der Burg Schwalbach lässt Kinderherzen höher schlagen. Auf dem großen Schiff können Kinder Piratenschlachten schlagen. Dazu gibt es Maltafeln und solche mit Wissenswertem über den Wald und seine Bewohner.

Nördlich von Burgschwalbach am Weg nach Kaltenholzhausen liegt ein alter jüdischer Friedhof. In Burgschwalbach selbst gab es keine jüdische Gemeinde; vermutlich wurde der Friedhof zu Beginn des 19. Jahrhunderts angelegt und von mehreren jüdischen Gemeinden aus den umliegenden Orten genutzt. Die Friedhofsanlage mit einer Fläche von fast 260qm steht heute unter Denkmalschutz. 81 Grabsteine, die vorwiegend aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen, sind noch erhalten.

Nach Süden streckt sich die Gemarkung von Burgschwalbach bis an den hessischen Aartaunus. Langsam erhebt sich hier eine sanfte Hügellandschaft, die bis zur höchsten Erhebung der Ortsgemeinde, dem Wehrholz (334m) führt. Von hier hat man einen schönen Ausblick auf das Aartal.