Burg Stahlberg

Auf einem Bergsporn steht die Burg Stahlberg, bewachsen und dennoch trutzig, oberhalb thronend über Steeg, einem Ortsteil von Bacharach am Rhein. Unterhalb der Burg Stahlberg fließt der Dorweiler Bach in den Borbach und wenig später mündet der Borbach in den Münzbach, der das sogenannte Steeger Tal ausbildet. Der Münzbach mündet in Bacharach in den Rhein.

Burg Stahlberg ist eine Höhenburg aus dem 12. Jahrhundert. Eine zweite größere Ausbauphase erlebte sie im 14. Jahrhundert, wie beispielsweise die Erhöhung des runden Bergfrieds. Weitere Ausbauten kamen 1470 hinzu. Wahrscheinlich geschah der Burgbau auf Bestreben der Kölner Erzbischöfe. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Burg Stahlberg 1631 durch schwedische Truppen beschädigt und bekam 1689 durch französische Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg erneut eine Breitseite. Damit war ihre Zeit rum.

Dennoch haben sich etliche Burgruinenteile erhalten können und trotzen nun der Vegetation. Die Ringmauer steht hier und da noch, der runde Bergfried erhebt sich gut erkennbar und Reste eines eckigen Turms sind ebenfalls noch da. Ein Teil eines Saalbaus wurde gesichert und eine Kapelle ausgebuddelt. Das Burgtor betritt man über einen Holzsteg.

Der kleine Ort Steeg (was von Steige kommt) verweist darauf, das hier einst ein Handelsweg vom Rheintal hinauf in den Saar-Hunsrück führte. Die Ortsbewohner lebten früher vorwiegend vom Weinbau und noch heute wird dort Steeger Riesling im Hang angebaut. Ein aktueller Geschäftszweig ist der Tourismus. Neben der Denkmalzone Burg Stahlberg steht auch die Borbachstraße mit ihrer historischen Bebauung vom 16. bis 18. Jahrhundert unter dem Schutz der Denkmalpflege.

Ein sehr malerisches und schönes Fachwerkhaus in Steeg ist das Zehnthaus, das laut Inschrift aus dem Jahr 1585 ist. Die Fachwerkgeschosse sind vorkragend und in einem zweigeschossigen hohen Giebel. Das Zehnthaus war auch mal Sitz einer Armenfürsorge.

In Steeg prägt die evangelische St. Anna Kirche das Ortsbild. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut und ist eine unregelmäßig zweischiffige Hallenkirche mit einem wehrhaft wirkenden Turm und Wichhäuschen. Wandmalereien aus der Erbauungszeit und eine Stumm-Orgel aus dem Jahr 1802 bilden die wertvolle Innenausstattung.